Lindt & Sprüngli – süsses Ergebnis in schwierigen Zeiten

Beim Schokoladenkonzern haben im vergangenen Jahr trotz schwierigem Marktumfeld die Kassen geklingelt. Der Reingewinn kletterte auf 419,8 Millionen Franken.

Schnelleres Wachstum als der Schokoladenmarkt: Werbeplakate in Zürich (24. April 2016).

Schnelleres Wachstum als der Schokoladenmarkt: Werbeplakate in Zürich (24. April 2016). Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Ein süsses Jahr für Lindt & Sprüngli: Der Schokoladenkonzern konnte den Betriebsgewinn um 8,4 Prozent auf 562,5 Millionen Franken steigern. Der Reingewinn kletterte gar um 10,2 Prozent auf 419,8 Millionen Franken, wie Lindt & Sprüngli am Dienstag bekannt gab.

Das Geschäftsergebnis 2016 sei besonders erfreulich vor dem Hintergrund eines anhaltend schwierigen Marktes mit weitgehend stagnierenden oder rückläufigen Schokoladeverkäufen, schrieb die Herstellerin von Lindor-Kugeln oder Goldhasen am Dienstag in einem Communiqué. Man sei erneut schneller gewachsen als der Schokoladenmarkt und habe erneut Marktanteile in vielen grösseren und kleineren Ländern gewonnen.

Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Finanzgemeinde etwas verfehlt. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Ebit von 566,4 Millionen und einem Reingewinn von 423,6 Millionen Franken gerechnet. Der Umsatz verbesserte sich um 6,8 Prozent auf 3,9 Milliarden Franken, wie Lindt & Sprüngli bereits im Januar bekannt gegeben hatte.

Anspruchsvolles Jahr

«Besonders erfreulich macht diesen Erfolg, dass er in einem der anspruchsvollsten Jahre der letzten zwei Jahrzehnte zustande gekommen ist», schrieb der Konzern im Geschäftsbericht. Eine schlechte Erntesaison 2015/2016 habe für Rekordpreise bei den beiden wichtigsten Rohstoffen Kakaobohnen und Kakaobutter gesorgt.

Auch weitere bedeutende Rohstoffe wie Zucker und Milch waren teuer. Politische und wirtschaftliche Unsicherheit habe für eine gedämpfte Konsumentenstimmung in vielen wichtigen Märkten zur Folge gehabt. Zusätzlich verschärft wurde die Lage durch den zunehmenden Preisdruck der Detailhändler, deren Verkaufsförderung immer mehr über aggressive Preispromotionen ausgetragen werde, hiess es.

Schweiz mit kleinem Plus

In Europa sei der Konzern aus eigener Kraft um 7,4 Prozent in Lokalwährungen gewachsen. Besonders erfreulich hätten sich die Verkäufe in den zwei grössten europäischen Schokolademärkten Deutschland und Grossbritannien entwickelt. «Ihnen gelang es, das ohnehin schon starke Wachstum der Vorjahre abermals zu beschleunigen und den Umsatz zweistellig zu erhöhen», schrieb Lindt & Sprüngli. Aber auch die anderen europäischen Länder hätten allesamt positive Resultate geliefert. Ein zweistelliges Wachstum habe man in Skandinavien, Russland, Tschechien und Polen geschafft.

In der Schweiz sei die Konsumentenstimmung im Berichtsjahr weiterhin gedrückt gewesen. Im Jahresvergleich kauften wiederum mehr Haushalte im Ausland ein. Stärkere Preisaktionen hätten die Durchschnittspreise sinken lassen. «Der Schweizer Schokolademarkt verkleinerte sich», hiess es. Lindt & Sprüngli konnte dagegen hierzulande um 2,5 Prozent zulegen.

Weiteres Wachstum angepeilt

In Nordamerika und Mexiko hat der Konzern die Verkäufe aus eigener Kraft um 3,4 Prozent gesteigert. In den übrigen Märkten stieg der Umsatz um gut 10 Prozent auf 457,1 Millionen Franken.

Im laufenden Jahr solle der Umsatz in ähnlichem Tempo zulegen wie 2016, schrieb Lindt & Sprüngli. Zudem erwartet der Konzern mehr Betriebsgewinn. Mittel- bis langfristig strebt Lindt & Sprüngli weiterhin ein organisches Wachstum zwischen 6 und 8 Prozent an.

21,6 Millionen für die Geschäftsleitung

Lindt & Sprüngli-Konzernchef Ernst Tanner gehört weiterhin zu den bestverdienenden Managern in der Schweiz. Er hat im vergangenen Jahr eine Gesamtvergütung von 7,7 Millionen Franken erhalten. Das ist praktisch gleich viel wie 2015.

Tanner trat Ende September nach 22 Jahren als Konzernleiter von Lindt & Sprüngli zurück und amtet seither als exekutiver Verwaltungsratspräsident. Tanners Vergütung 2016 für seine Rolle als Konzernchef belief sich auf 7,42 Millionen Franken. Diese setzt sich aus einem Fixlohn von 1,22 Millionen Franken, einem variablen Bonus in bar von 1,10 Millionen Franken sowie sonstigen Bestandteilen in Höhe von 0,13 Millionen Franken zusammen. Dazu kommen Optionen und Aktien im Gegenwert von 4,96 Millionen Franken.

Zusätzlich zu seiner Entschädigung als Konzernchef erhielt Tanner für seine Funktion als Verwaltungsratspräsident wie im Vorjahr 273'000 Franken, wie dem Geschäftsbericht 2016 zu entnehmen ist, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Insgesamt beläuft sich seine Entschädigung damit wie 2016 auf rund 7,7 Millionen Franken. Die ganze Lindt-Geschäftsleitung wurde insgesamt mit 21,6 Millionen Franken vergütet. Das ist etwas weniger als im Vorjahr (21,9 Millionen Franken. Der ganze Verwaltungsrat erhielt 0,99 Millionen Franken nach 1,09 Millionen Franken im Vorjahr. (jdr/sda)

Erstellt: 07.03.2017, 07:31 Uhr

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