Mit einem Zahlencode gegen den Metallklau

Wegen des Anstiegs der Rohstoffpreise sind die Schienen der Deutschen Bahn zum begehrten Diebesgut geworden. Mit einer speziellen Massnahme soll den Gaunern das Handwerk gelegt werden.

Millionenschäden wegen Materialdiebstählen: Gleisanlage des Bahnhofs Frankfurt am Main. (Archivbild)

Millionenschäden wegen Materialdiebstählen: Gleisanlage des Bahnhofs Frankfurt am Main. (Archivbild) Bild: Keystone

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Es war 2009, als Metalldiebe erstmals eine Strecke der Deutschen Bahn für gut 24 Stunden lahmlegten. Die Unbekannten hatten in der Nähe von Berlin-Schönefeld Verankerungsteile von Oberleitungsmasten gestohlen.

Nachdem sich daraufhin der Stromabnehmer einer Lokomotive in der Oberleitung verfangen hatte, kam es zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen, wie «Süddeutsche online» damals berichtete.

Erheblicher Materialschaden

Seit Rohstoffpreise aufgrund des weltweiten Wirtschaftsaufschwungs stetig in die Höhe geschnellt sind, wird der Deutschen Bahn immer öfters Buntmetall gestohlen. Und dies im grossen Stil: Seit 2009 hat sich die Zahl der Diebstähle verdoppelt.

Die Bahn gehe mittlerweile von einem jährlichen Materialschaden von umgerechnet fast zwölf Millionen Franken aus. Wie die Zeitung hervorhebt, wird längst nicht mehr nur auf Baustellen geklaut, sondern von Bahnanlagen, welche sich längst im Betrieb befinden. Die Beute werde meist über die Grenze verschoben, offenbar gerne nach Osteuropa.

Unsichtbarer Zahlencode

Einfach so hinnehmen will das Unternehmen dies nicht mehr. Als eine der weltweit ersten Eisenbahnen führt die DB deshalb eine neue Technik ein, welche zur Überführung der Diebe beitragen soll.

In einem teuren Verfahren sollen laut «Süddeutsche online» in Zukunft Kupfer, Aluminium und andere besonders gefragte Metalle mit einem Zahlencode versehen werden. Da dieser nur unter einem speziellen Licht lesbar wird, wissen die Diebe nicht, ob sie gerade markierte Teile entwenden.

Wie eine künstliche DNA

Das Verfahren funktioniere wie die chemische Markierung von Geldscheinen, mithilfe derer beispielsweise Erpresser überführt werden können, berichtet die Zeitung weiter. Es erinnere auch an den genetischen Fingerabdruck. Bekanntlich lassen sich mit DNA-Spuren aus Hautpartikeln oder Haaren noch Jahre später Täter überführen.

So hofft auch die Deutsche Bahn auf einen schnellen Erfolg der neuen Technik. Gemäss «Süddeutsche online» will das Unternehmen mit dem Zahlencode Diebesbanden, Hehlern und Hintermännern auf die Schliche kommen.

Mit der künstlichen DNA liesse sich bei verdächtigen Metallen auch nach längerer Zeit feststellen, von welcher Baustelle oder aus welchem Teil des Schienennetzes das Material stammte, berichtet die Zeitung weiter. Der Zahlencode ermögliche es ebenfalls der Polizei und dem Zoll, Diebesgut bei Kontrollen sofort zu erkennen.

Rechnung für Folgekosten

Das Verfahren soll die Aufklärungsquote bei Diebstählen dieser Art deutlich steigern, meint die Bahn gegenüber der «Süddeutschen online». Bei 2500 im vergangenen Jahr registrierten Metalldiebstählen wurden die Täter lediglich in einem Fünftel der Fälle gefasst.

Den Dieben stellte die Deutsche Bahn nicht nur den Wert des entwendeten Metalls in Rechnung, sondern auch die Folgekosten, welche durch Zugverspätungen entstanden. (kpn)

Erstellt: 11.07.2011, 22:08 Uhr

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