Novartis: Problem mit Lindan-Gift bald gelöst

Wochenlang hatten sich die Basler über Gestank in der Nachbarschaft beschwert – bis der Verdacht aufkam, Novartis stecke dahinter. Der Pharmakonzern wiegelt nun ab.

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Vor rund zwei Wochen stand ­Novartis im Verdacht, Basel mit dem ­Insektizid Lindan zu belasten. Einen Tag bevor der Altlastenspezialist und ehemalige Greenpeace-Berater Martin Forter mit eigenen Messungen Beweise gesammelt haben wollte, dass bei den Sanierungsarbeiten auf elsässischem Boden Lindan in die Luft gelangte, stellte Novartis die Sanierung ein.

Gestern nun legte Novartis den «Zwischenbericht zur Sanierung der Ara Steih» vor. Das Pharmaunternehmen beruhigt und sagt, dass aufgrund der vorliegenden Messwerte zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestanden habe oder bestehe. Zu diesem Schluss war bereits das Lufthygieneamt beider Basel in einer ersten Lageeinschätzung gekommen.

Auch nach dem Unterbruch der ­Sanierungsarbeiten wurden die Messungen betreffend Schadstoffkonzentration in der Luft und im Boden weitergeführt. «Wir nutzten den Stopp, um in Absprache mit den Behörden Verbesserungsmassnahmen durchzuführen», sagt ­Felix Räber, zuständig für die Projektkommunikation bei Novartis.

Keine Altlast von Novartis

Zurzeit würden Experten den gesamten Sanierungsprozess prüfen und an Lösungen arbeiten, um bei Wiederaufnahme der Arbeiten Staub- und ­Geruchsemissionen weitgehend zu vermeiden, teilt das international tätige Pharmaunternehmen mit.

Mit der Ara Steih saniert die Firma eine Altlast, die nicht durch Novartis verursacht wurde. In der Medienmitteilung hält der Pharmariese fest, dass ihm Transparenz wichtig sei und er das Informationsbedürfnis der Bevölkerung ernst nehme. Deshalb wurde gestern mit www.sanierung-steih.ch eine Website aufgeschaltet, auf der über zwei Webcams die Geschehnisse auf der Baustelle verfolgt werden können. Dort ­seien auch Hintergrundinformationen abrufbar, sagt Räber.

Kommende Woche wollen Novartis wie auch das Lufthygieneamt beider Basel die Bevölkerung über die genauen Messresultate informieren. Am 26. Oktober ist eine Informationsveranstaltung geplant. (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.10.2013, 09:50 Uhr

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