Roche übernimmt Flatiron Health komplett

Der Balser Pharmakonzern Roche setzt mit einem milliardenschweren Zukauf in den USA auf Big Data in der Krebsforschung.

Die Basler Firma Roche übernimmt den Software-Anbieter Flatiron Health für eine stattliche Summe.

Die Basler Firma Roche übernimmt den Software-Anbieter Flatiron Health für eine stattliche Summe. Bild: Leserbild

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Die Basler Firma übernimmt den Software-Anbieter Flatiron Health für 1,9 Milliarden Dollar komplett, wie Roche in der Nacht auf Freitag mitteilte.

Die neue Tochter mit Sitz in New York wertet über eine Kooperation mit mehr als 265 Krebskliniken und Pharmafirmen die Daten von Millionen von Patienten aus. So soll eine bessere und effizientere Behandlung möglich werden. «Dies ist ein wichtiger Schritt in unserer Strategie der personalisierten Medizin für Roche», sagte Roche-Pharmachef Daniel O'Day. Auch bei behördlichen Genehmigungen von Krebsarzneien spielt die Software ein Rolle: Flatiron bereite die Daten der Patienten aus den Kliniken für Entscheidungen der Aufsichtsbehörden auf, die etwa über die Zulassung eines neuen Medikaments bestimmen. Roche war bereits mit 12,6 Prozent an der 2012 gegründeten Firma beteiligt. Doch auch unter dem Dach des Basler Konzerns soll Flatiron als eigenständiges Unternehmen fortbestehen und die Datenplattform der gesamten Gesundheitsbranche weiterhin zur Verfügung stehen. Die Transaktion soll noch im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen werden und steht unter dem Vorbehalt der üblichen Abschlussbedingungen.

Analysten: Strategisch sinnvoll

Von Analystenseite wird der jüngste Zukauf als strategisch sinnvoll bezeichnet. Die Übernahme passe gut in die personalisierte Gesundheitsstrategie, die Roche verfolge, heisst es etwa in einem kurzen Kommentar bei der Credit Suisse. Flatiron könne mit seiner Technologie und analytischen Infrastruktur diesen Prozess sogar beschleunigen. Analyst Stefan Schneider von Vontobel sieht den Zukauf ähnlich. Wie er betont, könne Roche dank der Flatiron-Daten noch besser verstehen, wie verschiedene Mittel bei verschiedenen Krebs-Patienten wirken.

«Der Zusatznutzen für Roche ist für den Laien sicher nicht auf Anhieb zu verstehen wie zum Beispiel beim Einkauf eines Medikaments», hiess es von den Analysten der Zürcher Kantonalbank. Die Verarbeitung von Big Data und der Einsatz künstlicher Intelligenz seien in der Pharmaforschung jedoch unerlässlich. (bsd)

Erstellt: 16.02.2018, 12:14 Uhr

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