SBB verschiebt erneut Einsatz der Pannenzüge

Ab diesem Sonntag wollte die SBB ihre neuen Doppelstockzüge zwischen St. Gallen und Genf in den Betrieb aufnehmen. Daraus wird nichts.

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember sollten die neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge in den regulären Einsatz kommen.

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember sollten die neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge in den regulären Einsatz kommen. Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Die neuen Doppelstockzüge für den Fernverkehr von Bombardier erhalten weitere Verspätung. Eigentlich hätten sie ab diesem Sonntag fahrplanmässig auf der Linie IC 1 zwischen St. Gallen, Zürich und Genf-Flughafen in den Einsatz kommen sollen. Daraus wird nun nichts: Die ersten Fahrzeuge verkehren auf dieser Linie später und laut SBB «voraussichtlich vor Weihnachten». Auf den Interregio-Linien zwischen Chur, St. Gallen und Zürich und Basel sollten die neuen Züge hingegen ab Sonntag unterwegs sein.

Der Grund für die erneute Verzögerung sei, dass noch nicht alle der aktuell zur Verfügung stehenden Züge «die geforderte Betriebsstabilität aufweisen», so die SBB. Sie fordert in einer Mitteilung von Herstellerin Bombardier, «dass die Mängel umgehend behoben werden». Bombardier habe das zugesichert und werde dabei von Spezialisten der SBB unterstützt.

Erste Fahrten glückten nicht

Bereits am vergangenen Montag und am Wochenende zuvor waren die neuen Doppelstockzüge auf der Linie des IC 1 zwischen St. Gallen, Zürich und Genf-Flughafen im Einsatz. Beide Male überzeugten sie nicht. Ihre Fahrt endete jeweils frühzeitig. An diesem Montag musste der neue Zug etwa in Schlieren vorzeitig aus dem Verkehr genommen werden.

Die Züge haben bereits jahrelang Verspätung: Nachdem die Züge im Jahr 2010 bestellt wurden, musste ihre ursprünglich für Ende 2013 geplante Inbetriebnahme wegen technischer Probleme und Rechtsstreitigkeiten immer wieder verschoben werden. Bei den neuen Doppelstockzügen handelt es sich um die grösste Beschaffung in der Geschichte der SBB: 1,9 Milliarden Franken kosten 59 Züge, drei weitere erhält die SBB wegen der Verzögerungen kostenlos.

Sitzplätze, Steckdosen, Geschwindigkeit

Mit den neuen, 400 Meter langen Zügen will die SBB mehr Plätze schaffen. Sie sind mit Steckdosen an allen Plätzen ausgestattet. Die Intercity-Versionen der Züge verfügen über Speise- und Familienwagen. Mit einer neuen Technologie sollen die Züge zudem in den Kurven schneller fahren können und so Fahrzeiten verringern.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat Mitte November die Zulassung für den kommerziellen Einsatz der Züge erteilt. Zudem wurde eine Beschwerde des Behinderten-Dachverbands, der eine ungenügende Behindertentauglichkeit moniert hatte, vor zwei Wochen vom Bundesverwaltungsgericht grösstenteils abgewiesen.

Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet von baz.ch/Newsnet. (TA)

Erstellt: 06.12.2018, 14:39 Uhr

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