Uber verliert 7 Millionen Dollar – pro Tag

Der Fahrdienst bringt das Taxigewerbe gegen sich auf. Doch der grösste Feind von Uber ist Uber. Die Verluste des Unternehmens sind gigantisch.

Mit jedem Meter bringt er dem Unternehmen Verlust: Uber-Fahrer in New York.

Mit jedem Meter bringt er dem Unternehmen Verlust: Uber-Fahrer in New York. Bild: Eduardo Munoz/Reuters

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Gewalttätige Demonstrationen in Paris, laute Proteste in São Paulo, heftige öffentliche Kritik in Zürich: Taxifahrer laufen weltweit gegen Uber Sturm. Der Fahrdienst nimmt ihnen mit seinem praktischen Bestell- und Abrechnungssystem und tieferen Preisen laufend mehr Kunden weg. Was die Taxiunternehmen freuen könnte: Der grösste Feind des Jungunternehmens ist es selbst. Denn Uber schreibt horrende Verluste.

Dass frisch gegründete Firmen am Anfang keine Gewinne abwerfen, ist üblich. Doch bei Uber ist das Ausmass spektakulär. Im ersten Halbjahr betrug das Minus mindestens 1,27 Milliarden Dollar (ja, Milliarden, nicht Millionen). Das schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf Privatinvestoren, welche Einsicht in die neuesten Zahlen des nicht börsenkotierten Unternehmens hatten. Und im Betrag sind Abschreibungen, Steuern, Zinszahlungen und Wertberichtigungen noch nicht enthalten.

Mehr Verlust, als Amazon je schrieb

Schuld an den Verlusten sind gemäss Uber-Finanzchef Gautam Gupta Subventionen an die Fahrer. Das Unternehmen begann Fahrern minimale Stundenverdienste zu garantieren, um mehr von ihnen auf die Strasse zu bekommen. Denn nur wenn das Angebot an Autos genug gross ist, ist es für Kunden interessant, via Uber zu buchen. Lange Wartezeiten sind der Tod aller Fahrdienste.

Die astronomischen Verluste sind rekordverdächtig. Amazon galt lange als Beispiel eines Unternehmens, das Umsatz bolzt und gleichzeitig immer höhere Verluste schreibt. Doch der maximale Fehlbetrag betrug im Jahr 2000 rund 1,4 Milliarden Dollar. Das wird Uber dieses Jahr übertreffen, und 2015 lag der Fahrdienst mit 2 Milliarden Verlust ebenfalls darüber. «Man findet nicht viele Technologiefirmen, die so schnell so viel Geld verlieren», kommentierte BWL-Professor Aswath Damodaran von der New York University gegenüber Bloomberg.

Und doch ein ermutigendes Beispiel

Für Uber gilt es nun, das forsche Wachstum in Rendite umzusetzen. Beruhigend könnte da ebenfalls das Beispiel Amazon sein. Der Onlinehändler schrieb vergangenes Jahr 596 Millionen Dollar Gewinn. Der Aktienkurs hat sich seit dem Rekordverlust mehr als verhundertzwanzigfacht.

(se)

Erstellt: 26.08.2016, 16:38 Uhr

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