WEF lädt Vekselberg aus

Drei prominente russische Oligarchen dürfen nicht nach Davos – darunter Viktor Vekselberg und Oleg Deripaska.

Oligarch mit Wohnsitz in Zug: Viktor Vekselberg.

Oligarch mit Wohnsitz in Zug: Viktor Vekselberg. Bild: Pavel Golovkin/Keystone

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Am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos trifft sich jedes Jahr die Elite: Staatschefs, Wirtschaftsbosse und einflussreiche Geldgeber pilgern im Januar in die Schweizer Alpen. Drei prominente Gäste werden das nächste Mal wohl nicht dabei sein.

Das WEF hat drei russische Geschäftsmänner ausgeladen, die von den US-Sanktionen betroffen sind. Darunter ist Viktor Vekselberg, Multimilliardär mit Wohnsitz in Zug und mit Beteiligungen an Schweizer Firmen wie Sulzer, Oerlikon, Schmolz+Bickenbach und Züblin.

Auch Oleg Deripaska, der Milliardär hinter dem weltweit zweitgrössten Aluminiumhersteller Rusal, wurde informiert, dass er in Davos nicht willkommen sei. Mehrere Tochterfirmen des Alu-Königs sind in Zug und Genf gemeldet. Die dritte Person ist Andrei Kostin, Chef der russischen Grossbank VTB. Das WEF wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äussern.

Putin nimmt nicht teil

Die Entscheidung, das Trio zu blockieren, untergrabe derweil die Bemühungen der WEF-Organisatoren, den russischen Präsidenten nach Davos zu locken, schreibt die «Financial Times». Wladimir Putin hat seit 2009 nicht mehr an der Konferenz teilgenommen. Ein Sprecher des Kremls bestätigte: Putin würde auch dieses Jahr nicht teilnehmen. «Putin wird jedes Jahr eingeladen. Dieses Mal passt es nicht mit seiner Agenda», teilte der Mediensprecher der «Financial Times» mit. Vom Ausladen der drei Businessmänner wisse man in Moskau nichts.

Die drei ausgeladenen Oligarchen sind keine Unbekannten am WEF: In der Vergangenheit war vor allem Deripaska für seine alljährliche Party bekannt, Einladungen für diese gelten als begehrt. Seit 2007 war seine Firma Rusal strategischer Partner und Deripaska ständiger Teilnehmer am Forum. Auch die VTB-Bank hat zuvor in Davos jeweils zu einer Soiree eingeladen. Letztes Jahr war die VTB-Bank noch als strategischer Partner des Forums aufgeführt.

«Unter enormem Druck der USA»

Der «Financial Times» zufolge beugt sich das WEF mit dem Ausladen der drei Männer den Forderungen Washingtons. «Sie stehen unter enormem Druck der USA, sie nicht einzuladen», sagte eine Quelle der Zeitung.

Die drei Russen stehen seit April auf einer Sanktionsliste der US-Regierung. US-Bürger und -Unternehmen dürfen seither keine Geschäfte mit ihnen machen. Ausserdem sind ihre Vermögenswerte in den USA eingefroren. Auch Vermögen auf Vekselbergs Schweizer Konten sollen eingefroren gewesen sein. Er forderte dafür Schadenersatz in Millionenhöhe.

Oligarchen das Leben schwermachen

Die US-Regierung hat in den letzten Jahren wiederholt Strafmassnahmen gegen Russland verhängt. Die ersten Sanktionen wurden nach Russlands Annexion der Krim im Jahr 2014 realisiert. Washington reagiert damit eigenen Angaben zufolge auf Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt, auf russische Einmischung im Wahlkampf 2016, auf deren Rolle im Syrienkonflikt, auf die mutmassliche Rolle Moskaus beim Giftgasanschlag auf den Ex-Agenten Sergei Skripal in Grossbritannien sowie auf Verletzungen der UNO-Sanktionen gegen Nordkorea.

Zuletzt wurde bekannt, dass die USA erwägen, im Zusammenhang mit dem Skripal-Fall weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Moskau habe die Bedingungen der USA nicht erfüllt und müsse nun mit neuen Strafmassnahmen rechnen, teilte das US-Aussenministerium mit.

Rusal will Sitz nach Russland verlegen

Diese sollen Oligarchen und Beamte, die Putin nahestehen, treffen, indem sie diese von internationalen Finanz- und Handelsbeziehungen abschotten. Oleg Deripaska hat mittlerweile auf die Sanktionen reagiert und will den Geschäftssitz seines Firmenimperiums Rusal zurück nach Russland verlegen. Bis jetzt lag dieser auf der britischen Kanalinsel Jersey, die als Steueroase gilt. Seit den US-Sanktionen wurde das Geschäftsklima auch auf Jersey rau. Die in Hongkong gehandelten Aktien des Konzerns waren seit Ankündigung der Sanktionen um die Hälfte eingebrochen. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 07.11.2018, 13:25 Uhr

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