Weniger Touristen – Swatch-Gewinn halbiert sich

Der Schweizer Uhrenproduzent Swatch verkaufte im vergangenen Jahr weniger Uhren und Schmuck. Der Gewinn schrumpfte auf 593 Millionen Franken.

Verkauften sich 2016 nicht so gut: Swatch-Uhren. (ARchivbild)

Verkauften sich 2016 nicht so gut: Swatch-Uhren. (ARchivbild) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Weniger Touristen - insbesondere aus China und Russland - haben sich 2016 deutlich im Ergebnis des Uhrenkonzerns Swatch niedergeschlagen. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 593 Millionen Franken, knapp halb so viel wie noch im Jahr davor.

Der Umsatz brach um fast 11 Prozent auf 7,6 Milliarden Franken ein, wie Swatch am Donnerstag mitteilte. Die Verkäufe von Uhren und Schmuck wurden belastet durch generell deutlich tiefere Touristenzahlen in Europa. Der Konzern spricht zudem von weltweiten Turbulenzen in einem wirtschaftlich sehr anspruchsvollen Umfeld.

Konsumflaute hält an

Vor allem im ersten Halbjahr habe sich der bereits Ende 2015 festgestellte Konsumrückgang verstärkt. Tatsächlich waren die Verkäufe von Swatch bereits im Geschäftsjahr 2015 um 3 Prozent zurückgegangen.

Vor allem aus China reisten im vergangenen Jahr weniger Touristen ein wegen neuer gesetzlicher Einreisebestimmungen. Zudem führten Sanktionen seitens Europa und der USA gegenüber Russland zu einer massiven Reduktion von Besuchern aus dieser Region.

Positiv auf die Geschäfte von Swatch wirkte sich hingegen der Brexit-Entscheid aus. In Grossbritannien konnte ein zweistelliges Umsatzwachstum in Lokalwährungen realisiert werden. Dies allerdings auch zu einer tieferen Marge, da die Verkaufspreise im abgewerteten Pfund und die Einkaufspreisen im teuren Franken abgerechnet wurden. Der Betriebsgewinn des Konzerns brach insgesamt um über 44 Prozent auf 805 Millionen Franken ein. Die operative Marge sank damit zum dritten Mal in Folge deutlich auf inzwischen 10,7 Prozent. 2015 lag sie noch bei 13,2 Prozent und 2014 bei 16,3 Prozent.

Der Personalbestand reduzierte sich 2016 um rund 600 Personen auf noch 35'700 Mitarbeitende. Dies sei ausschliesslich auf die normale Fluktuation zurückzuführen, schreibt Swatch.

Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer tieferen Dividende von 6,75 Franken (Vorjahr: 7,50 Franken) je Inhaberaktie, sowie von 1,35 Franken (Vorjahr: 1,50 Franken) je Namenaktie vor.

Optimistischer Ausblick

Für das laufende Jahr gibt sich Swatch optimistisch. Man rechne 2017 in Lokalwährungen wieder mit einem «gesunden» Wachstum. Die Konsumlust und das Potential für Schweizer Uhren bleibe unverändert stark.

Die Verkaufszahlen von November, Dezember und Januar hätten insbesondere in Asien und im Mittleren Osten wieder steigende Umsätze gezeigt. Mit einer Erholung rechnet Swatch auch in den USA und in Europa. Das laufende Jahr werde zudem im Zeichen der Lancierung vieler neuer Produkte stehen.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Swatch die Erwartungen der Analysten klar verfehlt. Die Experten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatz in Höhe von 7,72 Milliarden Franken, einen Betriebsgewinn von 848 Millionen sowie einen Reingewinn von 666 Millionen Franken erwartet. (chk/sda)

Erstellt: 02.02.2017, 07:03 Uhr

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