Alexa hört zu

Amazons Lautsprecher Echo könnte künftig bei Gesprächen lauschen und sich einschalten. Amazon hat ein entsprechendes Patent angemeldet.

Könnte künftig viel präsenter sein: Amazon Echo.

Könnte künftig viel präsenter sein: Amazon Echo. Bild: Britta Pedersen /Keystone

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Psst, da hört noch wer mit: Amazons Lautsprecher Echo könnte seinen Nutzern künftig permanent bei Gesprächen zuhören und sich via Sprachassistentin Alexa sogar in diese einschalten. Das zeigt ein neues Patent, das der Konzern angemeldet hat. Amazon will Nutzern damit gezielter Produkte oder Dienstleistungen vorschlagen.

Das könnte dann so aussehen: Wenn eine Person während eines Telefonats anmerkt, dass sie gerne in ein Restaurant gehen würde oder ein Hotel buchen möchte, könnte Alexa entsprechende Empfehlungen an den Nutzer schicken – während dieser noch am Telefon ist.

Profile der Nutzer

Ebenfalls könnte Alexa damit Persönlichkeitsprofile der Nutzer erstellen. Erwähnt eine Person etwa im Gespräch, wie sehr sie Skifahren liebt oder wie gerne sie schwimmt, könnte Alexa künftig Empfehlungen zu diesen Themenbereichen abgeben. So beschreibt es Amazon in dem Patent. Das Unternehmen sagt, das Patent sei allerdings keine konkret geplante Funktion, sondern skizziere lediglich einen «Vorschlag für die Zukunft».

Bis jetzt beteuert Amazon immer wieder, dass die Echo-Lautsprecher keine Sprachaufnahmen an Amazon sende, es sei denn, der Nutzer wecke den Lautsprecher aktiv mit Wörtern wie «Alexa» oder «Echo» auf. Aufzeichnungen würden ausserdem nicht für Werbung verwendet, schreibt Amazon in einem Statement. «Wir nehmen die Privatsphäre unserer Kunden ernst und haben mehrere Datenschutzebenen in die Echo-Geräte eingebaut», so Amazon.

Gerüchte ums Abhören bei Facebook

Dennoch dürfte bei vielen Besitzern eines Amazon-Echo-Lautsprechers ein mulmiges Gefühl bleiben. Denn auch Facebook wird seit längerem vorgeworfen, Gespräche seiner Nutzer abzuhören, um gezielt Werbung schalten zu können. Die Gerüchte halten sich hartnäckig, obwohl das Unternehmen diese immer wieder zurückweist.

Bei Amazon ist das Patent nicht die erste Meldung, die Nutzern Unbehagen bereitet. Zuletzt hatten einige Kunden berichtet, dass ihr Lautsprecher ohne Aufforderung anfängt, unheimlich zu lachen – teilweise mitten in der Nacht. Andere berichten von weiteren Funktionen, die sich selbstständig gemacht haben. So habe Alexa sich geweigert, die Lichter wie befohlen zu löschen, schreibt ein Nutzer auf der Plattform Reddit.

Wer dem Abhören künftig ganz entgehen will, kann Amazon Echo entweder vom Strom nehmen oder das Mikrofon am Lautsprecher deaktivieren, indem die Mikrofontaste gedrückt wird. Leuchtet diese rot, ist dieses ausgeschaltet. Kontrolle über das Aufgezeichnete können Nutzer erhalten, indem sie in den Toneinstellungen der Alexa-App einen Ton aktivieren, der den Beginn einer Anfrage beziehungsweise Aufzeichnung signalisiert. Ein aktivierter Endton zeigt das Ende einer Aufzeichnung. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.04.2018, 18:58 Uhr

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