Flüge sind heute bis zu 42 Prozent günstiger

Am heutigen vermeintlichen Unglückstag fliegen weniger Menschen – was sich auf die Preise auswirkt.

Fliegen heute im Schnitt für weniger Geld: Passagiere am Flughafen Zürich.

Fliegen heute im Schnitt für weniger Geld: Passagiere am Flughafen Zürich. Bild: Christian Beutler /Keystone

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Die 13 gilt als Unglückszahl. Der Aberglaube, dass am Freitag, dem 13., Unfälle und Pannen drohen, ist weit verbreitet. Für die irrationale Furcht vor diesem Tag gibt es sogar eine Bezeichnung: Paraskavedekatriaphobie. Dabei muss es nicht immer eine voll ausgeprägte Phobie sein. Bei vielen reicht schon das mulmige Gefühl aus, sich an diesem Datum anders als an anderen Tagen zu verhalten. Das fängt bei der Planung vieler Menschen rund um diesen Tag an.

Etwa buchen offenbar weniger Menschen Flüge für Freitag, den 13. Das wirkt sich auf die Preise aus: Eine Auswertung der Reisesuchmaschine Momondo.ch zeigt, dass Flugreisen am heutigen Freitag deutlich günstiger sind. Im Schnitt sparen Schweizer Reisende gut 6 Prozent. Dies ist besonders auffällig, da der Freitag sonst für Schweizer, die innerhalb Europas reisen, als teuerster Reisetag gilt.

42 Prozent günstiger

Momondo.ch hat für die Erhebung Suchanfragen zwischen dem 22. September 2017 und dem 3. April 2018 für Flüge zwischen dem 1. April und dem 30. April 2018 ausgewertet. Untersucht wurden Flüge ab Zürich, Genf und Bern in die 50 Destinationen mit dem grössten Suchvolumen. Das Portal verglich dabei Flugpreise verschiedenster Airlines.

Am günstigsten sind der Erhebung zufolge am heutigen Freitag Reisen in die andalusische Stadt Malaga: Fliegt man am 13. April, kann man im Vergleich zu anderen Tagen im April bis zu 42 Prozent sparen. Auf Flügen nach Köln sind Einsparungen von bis zu 35 Prozent möglich, nach Tel Aviv kommt man am angeblichen Unglückstag für 27 Prozent weniger Geld.

Menschen folgen anderen Menschen

Konsumpsychologe Christian Fichter von der Kalaidos Fachhochschule Schweiz kennt das Phänomen: «Der Mensch ist ein Mustererkenner: Er glaubt, dass am Freitag, dem 13., mehr Unfälle passieren.» Er nehme ein Schadensmuster wahr – primär weil seine Aufmerksamkeit an diesem Tag stärker darauf liege, Schäden oder Unfälle wahrzunehmen.

«Objektiv ist es irrational, am Freitag, dem 13., nicht zu fliegen»Christian Fichter, Wirtschaftspsychologe

Flugreisen seien von diesem Aberglauben besonders betroffen, weil viele Menschen ohnehin unter Flugangst litten. «Objektiv ist es irrational, am Freitag, dem 13., nicht zu fliegen», so Fichter. Statistiken belegen, dass es an diesem Tag nicht zu mehr Unfällen kommt. Eine Schadensauswertung der Zurich-Versicherung zeigt sogar, dass am Freitag, dem 13., im Schnitt eher weniger Schäden passieren.

Das sei vielen aber egal: «Es sind genügend Menschen abergläubisch. Sie schauen sich Verhaltensweisen voneinander ab. Fliegen die anderen nicht, wird es schon richtig sein», so Fichter. «Das, was die Herde macht, zählt.»

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Zwei «Unglückstage»

Hinzu kommt, dass es für die meisten keinen Nachteil habe, nicht zu fliegen. Viele ziehen daraus den Schluss, dass es richtig war, nicht zu fliegen. Schliesslich sei ihnen ja nichts passiert. Es sei dabei ähnlich wie bei der Homöopathie, sagt Fichter: «Den Nutzen der Alternativheilmittel kann man nicht eindeutig festlegen – sie schaden aber meistens auch nicht. Daraus ziehen viele im Umkehrschluss, dass die Medikamente einen Nutzen haben müssen.»

Wer sich ärgert, aus Angst heute nicht von günstigeren Flugtarifen profitieren zu können, kann beruhigt sein: So häufig kommt der vermeintliche Unglückstag nicht vor. Jedes Jahr hat mindestens einen und maximal drei Freitage, die auf einen Dreizehnten fallen. In diesem Jahr sind es nur zwei – der nächste folgt im Juli.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.04.2018, 10:51 Uhr

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