BLS plant Abbau von 200 Stellen

Bis zu 60 Millionen Franken pro Jahr will das Bahnunternehmen einsparen. Ob der Abbau durch Fluktuation, Nichtbesetzung von Stellen oder Kündigungen erfolgt, ist noch nicht bekannt.

Die BLS will die Gesamtkosten um 50 bis 60 Millionen Franken pro Jahr senken.

Die BLS will die Gesamtkosten um 50 bis 60 Millionen Franken pro Jahr senken. Bild: Christian Beutler/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Bahnunternehmen BLS gleist ein umfangreiches Sanierungsprogramm auf. Bis 2023 sollen jährlich 50 bis 60 Millionen eingespart werden. Als Folge davon rechnet das Unternehmen mit dem Abbau von bis zu 200 Vollzeitstellen.

Die Kostensenkung sei nötig, um auch künftig marktfähige Leistungen zu erbringen, teilte das Bahnunternehmen am Mittwoch mit. Um jährliche Einsparungen von 50 bis 60 Millionen zu realisieren, sollen «grundlegende und nachhaltige Optimierungen quer durchs Unternehmen» umgesetzt werden, heisst es in der BLS-Mitteilung.

Wie viele der geplanten Einsparungen ab wann wirksam werden, werde nun vertieft geprüft. Eine konkrete Umsetzungsplanung soll im Februar 2019 vorliegen. Aus heutiger Sicht könne es bis 2023 im gesamten Unternehmen zu einer Reduktion von bis zu 200 Vollzeitstellen kommen.

Details im Februar

Wie dieser Abbau erfolgen soll – ob durch Fluktuation, Nichtbesetzung von Stellen oder Kündigungen – werde sich ebenfalls bei der Detailplanung zeigen. «Uns ist bewusst, dass diese Information bei Mitarbeitenden Unsicherheit auslöst», wird BLS-CEO Bernard Guillemon in der Mitteilung zitiert.

Man werde alles daran setzten, bis im Februar genauere Angaben machen zu können. Dass Unternehmen stehe bereits mit den Gewerkschaften im Dialog, um einen Sozialplan auszuarbeiten.

Gewerkschaft SEV akzeptiert keine Kündigungen

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV will sich vehement dagegen wehren, dass das Sparprogramm bei der BLS zu Kündigungen führt. Das teilte der SEV am Mittwoch mit. Er tritt nun mit dem Bahnunternehmen in Verhandlungen.

Der SEV spricht von einem «radikalen Sparprogramm». Das Projekt mit dem Namen «BestWay» stehe ganz im Zeichen der Effizienzsteigerung und beinhalte nebst dem Stellenabbau auch Automatisierungen, die Prüfung von Bedienpunkten und Reisezentren sowie deren Öffnungszeiten.

«Damit streicht die BLS nicht nur Arbeitsplätze, sondern verschlechtert auch den Service public», erklärte SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger. Die Gewerkschaft werde nicht tatenlos zuschauen – sie werde sich sowohl für die Angestellten als auch den Service public einsetzen.

Transfair: Schädlicher Wettbewerb setzt BLS unter Kostendruck

Auch der Personalverband transfair will der BLS bei der Umsetzung ihres Sanierungsprogramms genau auf die Finger schauen. Es dürfe nicht sein, dass der Wettbewerbsdruck im Bahnverkehr zu Lasten des Personals gehe.

Das machte der Verband in einem Communiqué vom Mittwoch deutlich. Der vom Bund forcierte Wettbewerb auf dem Schweizer Schienennetz bringe eigentlich nichts, sagte Bruno Zeller, Branchenleiter Öffentlicher Verkehr, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Jede Bahn wolle die günstigste sein und strebe daher Kostensenkungen an mit Hilfe von Optimierungs- und Effizienzprogrammen. Das zeige das Beispiel BLS: «Sie will gegenüber der Konkurrenz und den Bestellern finanziell besser dastehen. Das wird jedoch dem vom Stellenabbau betroffenen Personal schwierig zu erklären sein.»

Die BLS müsste laut Zeller mehr Widerstand leisten gegenüber den Bestellern, also dem Kanton Bern und anderen Kantonen. Es dürfe nicht sein, dass sie in vorauseilendem Gehorsam zusichere, die Angebote noch günstiger zu machen.

Transfair erinnert die BLS daran, dass sie sich gemäss Gesamtarbeitsvertrag für die Weiterbeschäftigung der von Rationalisierungen, Strukturänderungen und betriebsorganisatorischen Massnahmen betroffenen Mitarbeitenden einsetzt. «Daran wird transfair die BLS messen.»

Wie der Abbau von rund 200 Vollzeitstellen vonstatten gehen soll, steht noch nicht fest. Transfair weist darauf hin, dass die Digitalisierung und Automation von Geschäftsprozessen wohl vor allem das Verwaltungspersonal treffen werde. (ij/sda)

Erstellt: 07.11.2018, 12:32 Uhr

Artikel zum Thema

«Jetzt findet eine Hauruckübung statt»

SBB-Präsidentin Monika Ribar kritisiert den Bund und dessen Pläne für den Fernverkehr scharf. Mehr...

Streit um Fernverkehr landet vor Gericht

Die SBB sollen das Monopol im Fernverkehr verlieren, die BLS aber definitiv nur zwei Linien übernehmen können. So hat das Bundesamt für Verkehr entschieden. Beide Bahnen sind enttäuscht. Mehr...

Kommentare

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Unter Pausbacken: Eine Verkäuferin bietet an ihrem Stand im spanischen Sevilla Puppen feil. (13. November 2018)
(Bild: Marcelo del Pozo ) Mehr...