So rüstet sich Davos für Trump

Was der Besuch des US-Präsidenten für die Einheimischen bedeutet und wie sie Preisexzesse verhindern wollen.

Ist Donald Trump ein Tourismus-Magnet? Sein Besuch soll den Tourismus in der Region ankurbeln. Video: SDA/Tamedia

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Davos ist im Trump-Fieber. Wo wird er wohnen? Mit wie viel Gefolgschaft kommt er? Was möchte er essen? Die Vorbereitungen für den Besuch des US-Präsidenten laufen auf Hochtouren. Auch in den Hotels, die als mögliche Unterkunft für Donald Trump und seine Entourage gehandelt werden, bereitet man sich vor.

«Wenn Trump bei uns übernachten würde, könnte man sich überlegen, einen Trump-Burger zu verkaufen», sagt Tobias Homberger, der Geschäftsführer des Fünfsternhotels Seehof. Ähnliche Aktionen habe man bereits durchgeführt: Das Hotel nahm etwa einen Burger aus edlem japanischem Wagyu-Beef ins Sortiment auf.

«Kulinarisch ist er nicht so schwierig»

Trump ist dafür bekannt, besonders vor dem Zubettgehen gern Burger zu konsumieren. Allerdings mit Vorliebe die von McDonald’s. Sollte Trump unbedingt einen richtigen Cheeseburger wollen, wäre auch das machbar, so Homberger – obwohl es in Davos keinen McDonald’s gibt. «Das Burgerbrot von McDonald’s kann man kaufen, man könnte Trump also auch einen Cheeseburger braten», sagt Homberger. «Kulinarisch ist er ja nicht so schwierig, da gibt es ganz andere Gäste.»

Aufregung um seinen Besuch in Davos: US-Präsident Donald Trump. (Ron Sachs, Keystone)

Während des WEF müssten die Köche im Hotel Seehof auf viele verschiedene Diäten und Unverträglichkeiten eingehen. «Vielfach haben Gäste eigene Köche oder Security dabei, die in der Küche die gesamte Essenszubereitung überwachen – vom Kühlschrank bis zum Teller. Sie entscheiden sogar, welches Teil eines Stücks Fleisch gebraten wird.»

Steigen die Preise weiter?

Vom Grandhotel Belvédère heisst es lediglich, man sei auf sämtliche Wünsche der Gäste vorbereitet. «Unsere Küchencrew und auch die übrigen Mitarbeiter sind allesamt Fachleute und werden auch während des Annual Meeting dem hohen Qualitätsanspruch unserer Gäste und Veranstalter begegnen», so Tina Heide, General Managerin des Hauses.

Ob Trumps Besuch die Preise in Davos weiter in die Höhe treiben wird? In den letzten Jahren waren sie während dieser Zeit gepfeffert. Der Preise wegen habe es während des WEF noch jedes Jahr Reklamationen gegeben, sagte letztes Jahr auch WEF-Gründer Klaus Schwab. Er nannte ein Beispiel: «Wenn etwa ein Hamburger viermal mehr kostet als in Zürich oder zehnmal mehr als in Mumbai.» Er erwarte, dass das Problem gelöst werde, sagte er der «Südostschweiz».

2017 hatte ein Hamburger für Schlagzeilen gesorgt, der im Viersternhotel Ameron für 59 Franken über den Tresen ging. Das renommierte Grandhotel Belvédère führte derweil einen Hotdog für 38 Franken auf der Speisekarte.

Gewisse wollen sich nicht an Preisabsprachen halten

Beim Grandhotel Belvédère sagt man heute dazu: «Es ist wie überall auf der Welt. Angebot und Nachfrage regeln die Preispolitik. Zusätzlich haben wir aufgrund der erhöhten Anforderungen auch erhöhte Kosten. Es hält sich jedoch alles im Rahmen und ist an den Spirit of Davos angelehnt», so General Managerin Heide. Im Spirit-of-Davos-Abkommen werden vor dem WEF erlaubte Preisänderungen vereinbart und festgehalten.

In der Gastronomie gebe es häufiger erhöhte Preise während des Forums, sagt Reto Branschi, CEO von Davos Klosters Tourismus. Dies habe aber oft auch damit zu tun, dass Restaurants spezielle Lebensmittel wie etwa Wagyu-Fleisch oder teure Weine für diese Zeit auf die Speisekarte aufnähmen. Halte sich ein Hotel oder Restaurant wie etwa das Belvédère mit dem überteuerten Hotdog trotz der Unterzeichnung des Spirit-of-Davos-Abkommens nicht an die vereinbarten Preise, führe man Gespräche und versuche, die Preise in den Normalbereich zu drücken, so Branschi.

Dass der Besuch des US-Präsidenten einen Einfluss auf die Preise haben wird, glaubt er nicht. «Die Preise sind bereits beschlossen.» Unterzeichnet hätten das Abkommen rund 90 Prozent der Hotels und Gastronomen. Unter den grossen Hotels mache einzig das Viersternhotel Rixos beim Preisabkommen nicht mit. «Sie wollen ihre eigenen Preise setzen – und diese sind horrend», sagt Branschi. Ohne zu unterzeichnen, seien sie dann aber auch nicht auf der offiziellen Liste des WEF, worüber Teilnehmer auf Unterkünfte verteilt würden.

Höhere Preise in der Gastronomie

«Preisexzesse kommen meist aus privater Ecke», erklärt Branschi weiter. Wenn etwa Private ihre Wohnungen während des WEF vermieteten. Diese stellten rund 6000 Betten und machten damit rund die Hälfte der Betten in Davos während dieser Zeit aus. Und: «Es gibt Vermittler, die Wohnungen einkaufen und nur während des WEF vermieten. Hier steigen die Preise massiv.» Das habe auch für die Veranstalter des WEF und ihre Mitarbeiter negative Folgen: «Oftmals müssen sie nach Klosters ausweichen, was mit den zusätzlichen Kosten für den Transport verbunden ist.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.01.2018, 16:15 Uhr

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