Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Ein paar Fakten zur wirtschaftlichen und publizistischen Lage der Basler Zeitung.

Rolf Bollmann ist VR-Präsident der Zeitungshaus AG.

Rolf Bollmann ist VR-Präsident der Zeitungshaus AG.

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Nun tauchen sie wieder aus der Versenkung auf, die linkslastigen Angehörigen der Journalistengilde, getarnt als Medienexperten, und erklären ihren Gesinnungsgenossen in hämischen ­Artikeln die publizistische, politische und kommerzielle Niederlage der Basler Zeitung, die nun, getarnt mit einem Tauschgeschäft, an den Meistbietenden verkauft werden soll.

Man muss sich das einmal vorstellen: Da schreibt der grösste Loser der Medienbranche, Hansi Voigt, der in seinem ganzen Journalisten­leben nur rote Zahlen produziert hat, für das Kommunistenblatt WOZ, eine seit Jahrzehnten auf der Intensivstation liegende Wochenzeitung, unter der Rubrik «Die Medienzukunft mit Hansi Voigt» eine mittels Google-Suchmaschine zusammengebastelte Geschichte mit dem griffigen Titel: «Einsamer Minusrekord der BaZ». Wahrheitsgehalt der Geschichte: gleich null! Andere selbst ernannte Medienexperten und BaZ-Hasser versuchen ebenfalls, mit abstrusen Geschichten über die BaZ ihren unbedeutenden Namen wieder einmal ins Licht zu bringen. So nach dem Motto: Einfach schlecht über Blocher und Somm schreiben, dann bekomme ich bestimmt Aufmerksamkeit und Anerkennung im linken Einheitsbrei der Journalistenszene.

Unwahre Artikel

Im Zusammenhang mit den Spekulationen zum möglichen Verkauf der BaZ überbieten sich diese Nullnummern wieder mit unwahren Artikeln und erklären ihren Politgenossen genüsslich, wie Blocher und Co. mit ihrer rechtsbürgerlichen Zeitung in Stadt Basel gescheitert sind. Es folgen immer und immer wieder die gleichen Märchen über die Ära Markus Somm, mit völlig faktenlosen Behauptungen über den wirtschaftlichen Niedergang der BaZ, die nur dank dem offenen Geldhahn von Blocher überhaupt überleben könne.

Märchen bleiben Märchen. Sie werden auch nicht wahr, wenn sie immer wieder von völlig unqualifizierten Journalisten und Medienexperten erzählt werden. Denn die Realität sieht ganz anders aus.

Als ehemaliger CEO der BaZ und Verwaltungsratspräsident der BaZ Holding war ich mittendrin und nicht nebenan dabei! Ich schreibe, wie es wirklich war und wie es ist – und nicht, wie nicht sein kann, was nicht sein darf!

Schweigen im Walde

Markus Somm ist seit mehr als sieben Jahren Chefredaktor der Basler Zeitung. Es ist bekannt, dass er die BaZ von einer eher linkslastigen zu einer rechtsbürgerlichen Zeitung umpositioniert hat. Das hat viele Leser gekostet, sehr viele. Für Medien­experten und Journalisten war damit der Beweis erbracht, dass die basel-städtischen Haushalte kein ­rechtes Gedankengut in ihrer Zeitung wünschen.

Dumm ist nur, dass die kumulierten Leserverluste der farblosen BaZ in den sieben Jahren vor der Zeit von Chefredaktor Somm grösser waren als in der Zeit mit Somm und seinem rechtsliberalen Kurs. Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf! Das ist die Arbeitsweise der anders denkenden Medienexperten und Journalisten.

Die Leserzahlen korrekt vergleichen kann man erst ab 2013. Ab diesem Datum hat die Wemf AG für Werbemedienforschung eine einheitliche Erhebungsmethode eingeführt, die für alle Printmedien vergleichbare Leserzahlen ausweist.

Die Basler Zeitung hat seit dem Jahr 2013 bis 2018 24'000 Leser (absolut) bzw. 19 Prozent (relativ) verloren.
Der linke Sonntags-Blick hat 301'000 Leser (absolut) bzw. 35 Prozent (relativ) und der linke Blick 264'000 Leser (absolut) bzw. 36 Prozent (relativ) verloren.
Der linke Tages-Anzeiger hat 124'000 Leser (absolut) bzw. 24 Prozent (relativ) und das noch linkere Magazin 154'000 Leser (absolut) bzw. 22 Prozent (relativ) verloren.
Auch die rechtsbürgerliche NZZ hat 62'000 Leser (absolut) bzw. 21 Prozent (relativ) verloren.

Welche Medienexperten oder Journalisten schreiben über diese enormen Leserverluste der obgenannten Zeitungen? Niemand. Denn was nicht sein kann, darf nicht sein. Und welcher Chefredaktor dieser Zeitungen trägt die Verantwortung für diese Leserverluste? Keiner!

Welcher Medienexperte stellt bei diesen Titeln die Frage nach der Verantwortlichkeit der Verluste? Keiner! Oder nach der falschen publizistischen Positionierung? Keiner! Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Selbstverständlich gilt dieses Schweigen im Walde nicht bei den Medienexperten, wenn es sich um die BaZ mit Verleger und Chefredaktor Somm handelt. Genüsslich werden jeweils in ihren Blättern die Leserverluste der BaZ zelebriert, auch wenn sie im Fünfjahresvergleich weit geringer ausfallen als bei den linksauslegenden Titeln aus Zürich, sowohl im absoluten wie im relativen Zahlenvergleich.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wie tief muss das Niveau dieser Journalisten sein, wenn sie nicht einmal realisieren, dass sie mit ihrer Zeitung, die sie produzieren und von der sie ihren Lohn ­kassieren, näher am Abgrund stehen, als die BaZ jemals stehen wird! 2010 brauchte es tatsächlich das Geld der Medienvielfalt-Holding, um die desaströse ­Schuldenwirtschaft der Vorgänger aufzufangen, ansonsten wäre die Basler Zeitung längst von der Bildfläche verschwunden.

Schlaflose Nächte

Bei meinem Start in Basel habe ich den Auftrag erhalten, die BaZ Holding zu sanieren und die «Basler Zeitung nackt» wirtschaftlich auf ein solides Fundament zu stellen. Hätte ich mich vor Beginn meiner Aufgabe erkundigt, wie es mit der Basler Zeitung wirklich steht, wäre ich schnellstmöglich wieder zu Fuss nach Zürich zurückgerannt und nie wieder am Rheinknie aufgetaucht!

Die Basler Zeitung hat in den Jahren vor Somm operative Verluste von über 30 Millionen Franken verursacht. Notabene in der Blütezeit der gedruckten Medien. Und die angetroffenen, noch viel ­höheren Verluste bei der BaZ Holding unter den Traumtänzern des damaligen Managements haben bei mir Schweissausbrüche und monatelang schlaflose Nächte verursacht. So eine Misswirtschaft habe ich nicht für möglich ­gehalten. Es dauerte etwa zwei Jahre, bis wir die BaZ-Gruppe wirtschaftlich aus dem Sumpf ­gezogen hatten. Ab dem Jahr 2014 war der Gemischtwarenladen mit etwa zehn verschiedenen AGs aufgeräumt.

Die «Basler Zeitung nackt» steht nun seit vier Jahren auf gesunden Füssen und erwirtschaftet eine ansprechende Rendite. Auch das Redaktionsbudget von Markus Somm bewegt sich immer noch im zweistelligen Millionenbereich, die Qualität der Zeitung ist der beste Beweis dafür. Wäre die BaZ kriselnd oder wirtschaftlich am Ende, wie die un­­fähigen Medienexperten und Wichtigtuer meinen und immer wieder behaupten, dann wären alle anderen abonnierten Tageszeitungen der Schweiz schon längstens auf dem Totenbett.

Kostenmanagement heisst: Ertrag vor Umsatz!

Das sind natürlich unternehmerische Leitsätze, die den Pseudo-Medienexperten völlig fremd sind. Es nützt auch nichts, wenn ich als Beweis der guten Wirtschaftlichkeit der Basler Zeitung, die ja von ­diesen Leuten angezweifelt wird, die revidierten Geschäftsabschlüsse der letzten Jahre vorlegen oder publizieren würde – sie würden dann vermutlich die Revisionsgesellschaft anzweifeln – oder noch schlimmer: Sie wären gar nicht in der Lage, die Bilanzen zu lesen.

Denn was nicht sein kann, darf nicht sein!

> Hier finden Sie die detaillierten Zahlen der Leserschaft im Vergleich mit anderen Medien. (Basler Zeitung)

Erstellt: 10.04.2018, 09:39 Uhr

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