SBB-Passagiere bleiben im Intercity hungrig und durstig

Wer mit dem Zug zwischen Zürich nach Genf unterwegs ist, kann sich nicht in jedem Fall auf das Verpflegungsangebot der SBB verlassen.

Für einmal gab es gar nichts: SBB-Speisewagen.

Für einmal gab es gar nichts: SBB-Speisewagen. Bild: Martin Rütschi/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eine Zugpassagierin stieg am Dienstag um 15 Uhr im Zürcher Hauptbahnhof in den Intercity nach Genf. Sowohl die Anzeige am Bahnsteig als auch in der SBB-App informierten, dass der Zug über einen Speisewagen verfügt.

Doch Pech für die zahlreichen Bahnreisenden, die sich auf der fast dreistündigen Fahrt gerne in den Speisewagen gesetzt hätten. Dieser blieb geschlossen. Laut Durchsage gleich zu Beginn der Fahrt war der Grund «Personalmangel». Der Kondukteur erklärte der enttäuschten Passagierin, dass dies auf der Strecke wegen Bauarbeiten derzeit öfters vorkomme.

Aktuell 90 Speisewagen

Auf Anfrage heisst es bei den SBB, dass der Grund für den geschlossenen Speisewagen vom Dienstag eine technische Störung am ursprünglich für diese Verbindung vorgesehenen Fahrzeug gewesen sei. «Wir mussten wegen eines Ausfalls eine Ersatzkomposition einsetzen», sagt ein SBB-Sprecher.

Dabei sei es nicht möglich gewesen, das Personal des Speisewagens kurzfristig auf den Ersatzzug zu wechseln. Es herrsche aber kein Personalmangel, versichert der Sprecher. Er verweist auf die Angaben zu den Speisewagen, die man auch auf der SBB-Website findet. Dort steht: «Service vorbehalten bei Störungen im Bahnverkehr oder Ausfällen von Mitarbeitenden. Öffnungszeiten: täglich jeweils von 6.30 bis 21 Uhr.»

Auffällig hohe Honorarausgaben

Das Gastrounternehmen Elvetino stand in den vergangenen Monaten mehrmals in der Kritik. Laut Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) haben bereits erste Minibar-Angestellte ihre Kündigung erhalten. Dabei hiess es ursprünglich bei den SBB, allen 200 Mitarbeitern werde eine Umschulung für einen Job in den Speisewagen angeboten.

Im August wurde der langjährige Elvetino-Geschäftsleiter per sofort freigestellt – wegen Regelverstössen, wie offiziell kommuniziert wurde. Laut Recherchen der «SonntagsZeitung» hätten «auffällig hohe Honorarausgaben für Berater und happige Kreditkartenabrechnungen» zum schnellen Abgang geführt.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.10.2017, 17:11 Uhr

Artikel zum Thema

«Wir müssen handeln»

1400 Jobs weg: Die Bundesbahnen streichen in den nächsten Jahren weit mehr Stellen als erwartet. baz.ch/Newsnet berichtete live. Mehr...

Kommentare

Blogs

Von Kopf bis Fuss Stilikone und Influencerin mit 96

Die Welt in Bildern

Nichts für Tierliebhaber: Fuchspelze werden von einem Arbeiter auf dem chinesischen Chongfu Pelzmarkt verarbeitet (14. Dezember 2017).
(Bild: William Hong) Mehr...