Teslas kosten wegen Zollstreit 20 Prozent mehr

Preise werden drastisch erhöht: Die chinesischen Vergeltungszölle kommen dem US-Autobauer Tesla teuer zu stehen.

20'000 Euro teurer: Ein Model X im Tesla-Showroom in Peking am 4. Juli 2018.

20'000 Euro teurer: Ein Model X im Tesla-Showroom in Peking am 4. Juli 2018.

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Tesla hat als erster Autobauer mit drastischen Preiserhöhungen in China auf den sich verschärfenden Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik reagiert. Damit verteuern sich die Modelle X und S auf dem für den kalifornischen Elektroauto-Pionier wichtigen chinesischen Markt um rund 20 Prozent, wie das Unternehmen auf seiner Internetseite mitteilte.

Der Preis für einen Geländewagen Model X steigt etwa um fast 20'000 Euro auf umgerechnet rund 119'000 Euro. Damit wurden im Mai eingeleitete Preissenkungen wieder zunichte gemacht.

«Preiserhöhungen werden auf die Umsätze drücken, aber Tesla muss angesichts der Verluste die Preise anheben, weil sie es sich nicht leisten können, die höheren Kosten durch die Zölle ganz aufzufangen», sagte Analyst Efraim Levy von CFRA. Experten rechnen damit, dass weitere Autokonzerne die Preise in China für aus den USA gelieferte Wagen anheben oder grössere Teile der Produktion dorthin verlagern werden.

«Das ist erst das erste Kapitel dieser Geschichte», sagte etwa Experte James Chao von der Beratung IHS Markit. Für Tesla ist China ein wichtiger Markt, weil die Volksrepublik die Elektro-Mobilität wegen der starken Luftverschmutzung deutlich ausbauen will.

Produktion nach China verlagern

Das China-Geschäft machte vergangenes Jahr etwa 17 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Tesla lieferte mehr als 15'000 Fahrzeuge nach China und plant eine Fabrik in Shanghai. Unternehmenschef Elon Musk wird am Dienstag in Shanghai erwartet, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete. Im Anschluss wolle er nach Peking reisen. Eine Tesla-Sprecherin wollte sich nicht dazu äussern.

Auch BMW hatte jüngst angekündigt, Preiserhöhungen für aus den USA nach China ausgeführte Wagen zu prüfen. BMW produziert im Werk Spartanburg in South Carolina die Geländewagen der X-Reihe. Im vergangenen Jahr gingen von den in den USA gefertigten Fahrzeugen gut 100'000 nach China. Besonders beliebt ist bei chinesischen Kunden der X3, weshalb der Geländewagen jetzt auch vor Ort gefertigt wird.

Konkurrent Daimler hatte im Juni wegen des Handelsstreits eine Gewinnwarnung herausgegeben. Als Begründung führte der Stuttgarter Oberklasse-Autobauer an, dass die höheren chinesischen Zölle für in den USA hergestellte Autos nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden könnten.

Als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump erhobenen Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar hat China seit Freitag Vergeltungszölle in gleicher Höhe unter anderem auf US-amerikanische Autoimporte, Sojabohnen und Baumwolle bis hin zu Schweinefleisch eingeführt. (sep/sda)

Erstellt: 10.07.2018, 10:38 Uhr

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