Worte, Taten und Hoffnungen

Was die Zukunft für den Basler Pharma-Riesen bringt ist ungewiss. Sicher ist jedoch, dass der neue Novartis-Chef Vas Narasimhan keine Zeit verschwenden will.

Dass der US-Amerikaner Vas Narasimhan auf Worte zügig Taten folgen lässt, hat er inzwischen bewiesen.

Dass der US-Amerikaner Vas Narasimhan auf Worte zügig Taten folgen lässt, hat er inzwischen bewiesen. Bild: Keystone

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Novartis macht Tempo – und das so energisch, dass den Verantwortlichen der Fahrtwind kräftig ins Gesicht weht. Erst vor wenigen Tagen beschloss der Pharmakonzern den Verkauf der «Hausapotheke» für 13 Milliarden Dollar, wie das Joint Venture mit GlaxoSmithKline bei den frei verkäuflichen Medikamenten jüngst betitelt wurde. Gestern kündigte Novartis den Zukauf des hoch spezialisierten US-Unternehmens Avexis für 8,7 Milliarden Dollar an.

Wenig könnte den Wandel anschaulicher machen: Die einstigen Umsatzbringer Voltaren und Otrivin rücken aus dem eigenen Programm und eine Gentherapie kommt dafür ins Portfolio. Besagte Therapie ist wohlgemerkt noch nicht einmal zugelassen, und der Zugang zum wichtigsten Gesundheitsmarkt der Welt, den USA, dürfte sich erst im kommenden Jahr öffnen, wie Novartis-Chef Vas Narasimhan gestern erläuterte. Eine Wette auf die Zukunft.

Dem jungen Mediziner darf als früherem Entwicklungschef von Novartis zugetraut werden, dass er das Potenzial der neuen Therapie-Plattform abschätzen kann, die in Zukunft auch für weitere Behandlungswege genutzt werden soll. Doch zugleich werden mahnende Stimmen aus den Reihen der Analysten laut, die in einem teuren Markt vor möglicherweise zu hohen Preisen warnen. Novartis ist immerhin bereit, einen Kursaufschlag von fast 90 Prozent für Avexis zu bezahlen. Die Basler versprechen sich neben dem medizinischen Nutzen in Spitzenzeiten einen jährlichen Umsatz in Milliardenhöhe.

Versprechen sind der Treibstoff der Aktienkurse bei börsennotierten Unternehmen. Vas Narasimhan hat medizinische Durchbrüche und einen starken Fokus auf die Digitalisierung in Aussicht gestellt.

Noch ist es zu früh, um dem neuen Chef bereits ein Zwischenzeugnis auszustellen. Zur Erinnerung: Narasimhan steht seit nicht einmal zehn Wochen an der Spitze von Novartis. Dass der US-Amerikaner auf Worte zügig Taten folgen lässt, hat er inzwischen bewiesen. Die Ausrichtung des Konzerns nimmt mehr und mehr Gestalt an. Mit der CAR-T-Therapie hat Novartis bereits eine Genbehandlung im Kampf gegen Krebs im Portfolio. Der aktuelle Zukauf passt ins Schema von Verwaltungsrat und neuem Chef.

Narasimhan hatte vor Kurzem im BaZ-Interview um Geduld gebeten, bis der Umbau des Konzerns abgeschlossen sei. Geduld dürfte vor allem bei den Aktionären gefragt sein, bis sich zeigt, ob heute die richtigen Entscheidungen für die Novartis von morgen und übermorgen getroffen werden.

(Basler Zeitung)

Erstellt: 10.04.2018, 13:27 Uhr

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