Aufstiegschance Start-up

Immer mehr Studierende wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Hochschulen begrüssen und fördern den wachsenden Unternehmergeist.

Mit einer Parkplatz-App oder einem Nachhilfeportal suchen Studierende einen Platz in der Geschäftswelt. Foto: Nicola Pitaro

Mit einer Parkplatz-App oder einem Nachhilfeportal suchen Studierende einen Platz in der Geschäftswelt. Foto: Nicola Pitaro

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

An den Hochschulen grassiert das Gründungsfieber: «Entrepreneurship hat an den europäischen Universitäten an Bedeutung gewonnen. Auch an den Schweizer Hochschulen haben wir heute mehr Start-ups als je zuvor», sagt Dominik Wensauer, der Projektleiter von Swiss Start-up Monitor. Die Website Startupmonitor.ch gibt einen detaillierten Überblick über die Gründerszene der Schweiz. Im Grossraum Zürich sind zurzeit 377 Start-ups verzeichnet. Rund zwei Drittel davon stammen aus dem Umfeld der beiden Hochschulen: An der ETH sind 229 Start-ups registriert, an der Universität Zürich 47.

Dass sich an der ETH rund viermal so viele Start-ups wie an der Universität Zürich finden, liegt zum einen an der fachlichen Ausrichtung der Hochschulen: Als Start-up gelten ausschliesslich Jungunternehmen mit einem hohen Innovationsgrad, was bei Gründungen aus dem technischen Umfeld der ETH die Regel ist. Zum anderen spiegelt sich im ungleichen Verhältnis auch die universitäre Start-up-Förderung: Während die Spin-offs der ETH seit Jahren auf die Unterstützung der Hochschule zählen können, beginnt man an der Uni eben erst mit der Förderung des Entrepreneurship.

Seit 2012 haben angehende Jungunternehmer an der Universität Zürich eine Anlaufstelle, um ihr Businessmodell auf die Probe zu stellen. Die Plattform startup@UZH bietet neben Information und Beratung die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit Alumni der Uni Zürich und hilft Jungunternehmern, sich zu vernetzen. Die Zielgruppe geht weit über Wirtschaftsstudenten hinaus: «Jedes Studienfach kann Lösungen für gesellschaftliche Probleme entwickeln», sagt Alan Frei, der Initiator und Leiter von startup@UZH.

Wenig Kapital, grosse Chancen

Um den universitären Start-ups zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen, prämiert start­up@UZH jeweils ein Jungunternehmen des Monats. Die Liste der bisher ausgezeichneten Start-ups zeigt, dass die meisten Jungunternehmer auf das Internet setzen. Ein Grossteil der Geschäftsmodelle besteht aus Onlineshops, Apps und Onlineplattformen.

Die Ideen reichen von einem Portal, das Nachhilfelehrer vermittelt, über einen mobilen Vorverkauf für Clubevents oder einer Parkplatz-Sharing-App bis hin zu einer Onlinecommunity, auf der sich Studierende austauschen können. Über 50  Prozent der heutigen Start-ups stammen denn auch aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie – Tendenz steigend. Die Finanzkrise hat diesen Trend verstärkt, denn nirgendwo sonst braucht es so wenig Startkapital. Selbst bei Start-ups, die nicht aus der IT-Branche stammen, spielt das Internet oft eine zentrale Rolle.

Die Erfolgschancen der akademischen Start-ups sind überraschend gross: «Über 80 Prozent der Start-ups aus dem universitären Umfeld existieren nach fünf Jahren noch», sagt Beat Schillig, Geschäftsführer des Instituts für Jungunternehmen (IFJ). Auch beim IFJ spürt man den wachsenden Gründergeist an den Hochschulen. Der Start-up-Förderwettbewerb Venture Kick stösst bei Studierenden auf wachsende Beliebtheit: «Wir beobachten eine jährliche Zunahme von gefühlten 20 Prozent», sagt Schillig. Das IFJ führt dies nicht zuletzt auf die wachsenden Angebote der Universitäten im Bereich Entrepreneurship zurück.

Frauen sind noch die Ausnahme

Schillig fällt auf, dass Jungunternehmerinnen nach wie vor die Ausnahme sind. Nur 10 Prozent der insgesamt 1300 Bewerbungen, die in den letzten sechs Jahren aus dem universitären Umfeld bei Venture Kick eingegangen sind, wurden von Frauen eingereicht. Dies liegt auch daran, dass die männlichen Jungunternehmer der ETH nach wie vor in der Überzahl sind. An der Universität Zürich ist der weibliche Gründergeist aber am Erwachen: Rund ein Drittel der Start-ups, die startup@UZH bisher betreut hat, wurden von Frauen gegründet. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.09.2013, 08:33 Uhr

Umfrage

Haben Sie schon mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen?

Ich bin lieber angestellt und trage weniger Verantwortung.

 
19.0%

Das überlege ich mir oft, aber mir fehlt es an Mut und einer zündenden Idee.

 
26.3%

Ich glaube, ich werde den Schritt eines Tages wagen.

 
21.5%

Ich bin bereits selbstständig.

 
33.2%

2082 Stimmen


Agenda

Viele wären gern selbstständig, haben aber keine zündende Idee. Der Kurs «Wie gelange ich kreativ zu einer Geschäftsidee» zeigt auf, wie man eine frische Idee und ein innovatives Geschäftsmodell dazu entwickeln kann.
Samstag, 28. September, 8 bis 16.30 Uhr, ETH Zürich. Kosten für Studierende: 50 Franken. Anmeldung: www.btools.ch

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Die Welt in Bildern

Sie bringen Licht ins Dunkel: Die Angestellten einer Werkstatt in Tuntou, China, fertigen Laternen in Handarbeit. Diese werden als Dekoration für das chinesische Neujahrsfest dienen, das Anfang Februar stattfindet. (Januar 2019)
(Bild: Roman Pilipey/EPA) Mehr...