40 Pesttote auf Madagaskar

Knapp 120 Menschen sind auf Madagaskar an der Pest erkrankt. Die WHO versucht nun zusammen mit der Regierung der Insel die Ausbreitung der Infektionskrankheit einzudämmen.

Die Pest breitet sich auf Madagaskar aus: Frauen waschen an einem Fluss ihre Kleider. (Archivbild)

Die Pest breitet sich auf Madagaskar aus: Frauen waschen an einem Fluss ihre Kleider. (Archivbild) Bild: Reuters

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Auf Madagaskar grassiert nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO die Pest. Von August bis Mitte November seien von den Gesundheitsbehörden auf der Insel vor der Ostküste Afrikas bereits 119 infizierte Menschen registriert worden, von diesen seien 40 gestorben.

Der Ausbruch der Pest sei in mehreren Regionen festgestellt worden, unter anderem auch in der Hauptstadt Antananarivo, heisst es in einer am Freitagabend verbreiteten Mitteilung der WHO in Genf. Insbesondere wegen der dichten Besiedlung in der Stadt und des schwachen Gesundheitssystems bestehe das Risiko einer schnellen Ausbreitung.

Regierung und WHO seien gemeinsam bemüht, die Infektionskrankheit, die durch Flöhe auf Nagetieren übertragen wird, einzudämmen. Erschwerend komme aber dazu, dass die Flöhe mittlerweile resistent seien gegen ein Insektizid. Eine nationale Einsatzgruppe habe ihre Arbeit aufgenommen. Empfehlungen für Reise- oder Handelseinschränkungen macht die WHO zurzeit nicht. (chk/sda)

Erstellt: 22.11.2014, 10:50 Uhr

«Schwarzer Tod» im Mittelalter

Die Infektionserkrankung Pest wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. Der Erreger Yersinia pestis tötet allein in den folgenden 200 Jahren mehr als 25 Millionen Menschen.

Die Krankheit tritt in verschiedenen Formen auf: Die Beulenpest wird durch einen Floh, die Lungenpest wird mit der Atemluft von Mensch zu Mensch übertragen. Folge der Infektion ist die Pestsepsis mit Verwirrtheit, Fieber, Lethargie, Nierenversagen, Milz- und Lebervergrösserungen.

Zwischen 1347 und 1352 sterben an der als «Schwarzer Tod» bekannten Pandemie in Europa mehrere Millionen Menschen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. Die Weltgesundheitsbehörde WHO zählt jährlich 1000 bis 2000 Pestfälle. (sda)

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