Das sind die gefährlichsten Krebsarten

Krebs ist bei Männern die häufigste Todesursache geworden. Warum die Schweiz im internationalen Vergleich trotzdem gut dasteht.

Suche nach Tumoren: Ein Mann wird für CT-Scans vorbereitet.

Suche nach Tumoren: Ein Mann wird für CT-Scans vorbereitet. Bild: Keystone

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Am heutigen Weltkrebstag rufen verschiedene Organisationen die Bedeutung der Volkskrankheit Krebs in Erinnerung – ein Thema, mit dem sich fast alle Schweizerinnen und Schweizer früher oder später auseinandersetzen müssen. Sei es, weil sie selbst erkranken oder weil Verwandte oder Freunde betroffen sind. Mehr als jeder fünfte erhält vor dem 70. Lebensjahr eine Krebsdiagnose. Und noch immer endet das in vielen Fällen tödlich.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in der Schweiz, bei Männern sogar die häufigste. Im Jahr 2016 waren Krebserkrankungen für fast 30 Prozent der männlichen Sterbefälle verantwortlich – und übertrafen damit erstmals die Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei den Frauen sind letztere immer noch am häufigsten, vor Krebs, Demenz und Atemwegserkrankungen.

Auch über die Gesamtbevölkerung gesehen bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in der Schweiz. Vielleicht aber nicht mehr lange. Denn sie nehmen seit einigen Jahren stärker ab als Krebskrankheiten, die insgesamt schon mehr als ein Viertel aller Todesfälle verantworten.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik hat die Zahl der krebsbedingten Neuerkrankungen und Todesfälle sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den letzten Jahren zugenommen. So starben 2016 mehr als 31'000 Männer an Krebs, 2006 waren es noch sieben Prozent weniger. Hauptgrund dafür ist die demografische Entwicklung: Weil es immer mehr ältere Menschen gibt, steigt auch die Anzahl Fälle.

Das Erkrankungsrisiko blieb in den letzten Jahren aber nahezu unverändert. Pro 100'000 Einwohner sind gut 410 Männer und 322 Frauen betroffen. Bei den Männern ist die Rate der Neuerkrankungen sogar leicht zurückgegangen.

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz damit gut da. Die Neuerkrankungsrate der Männer liegt im europäischen Mittelfeld, diejenige der Frauen gehört zu den tiefsten unter zehn verglichenen Ländern.

Noch besser sieht es bei der Sterberate aus, die bei den Männern am zweitniedrigsten und bei den Frauen sogar am niedrigsten ist. Pro 100'000 Einwohner sterben hierzulande 167 Männer an Krebs. Vor 25 Jahren waren es noch hundert mehr. Aber auch bei den Frauen nehmen die Sterberaten schon seit längerer Zeit ab.

Wie gross die Chancen auf Heilung sind, hängt von der Krebsart sowie vom Zugang zur medizinischen Behandlung und deren Wirksamkeit ab. Am schlechtesten sind die Überlebenschancen für Pankreaskrebs (Bauchspeicheldrüse), Leber-, Speiseröhren- und Lungenkrebs. Nach fünf Jahren leben gerade noch 5 bis 14 Prozent der Betroffenen.

Zum Vergleich: Bei Prostata- und Brustkrebs betragen die 5-Jahres-Überlebensraten über 80 Prozent. Die Prognosen sind also um ein Vielfaches besser. Dafür kommen diese beiden Krebsarten viel öfter vor.

Fast ein Drittel der männlichen Betroffenen hat Prostatakrebs, der mit Abstand häufigsten Krebsart bei diesem Geschlecht. Dasselbe gilt für Brustkrebs bei den Frauen. Dickdarm-, Lungen- und Schwarzer Hautkrebs (Melanom) kommen etwa gleich oft vor.

Knapp 22 Prozent aller Männer, die infolge von Krebs sterben, sterben denn auch an Lungenkrebs, gut 14 Prozent an Prostatakrebs und 10 Prozent an Dickdarmkrebs. Bei Frauen ist Brustkrebs für mehr als 18 Prozent, Lungenkrebs für knapp 16 Prozent und Dickdarmkrebs für 10 Prozent der Krebstodesfälle verantwortlich.

Dank medizinischen Fortschritten sind die Überlebenschancen über alle Krebsarten hinweg in den letzten Jahren gestiegen. Heute gelten etwa 200'000 der 317'000 Schweizerinnen und Schweizer, bei denen im Laufe ihres Lebens eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, als geheilt. Die Zahl der Langzeitüberlebenden (fünf und mehr Jahre nach der Diagnose) hat deutlich zugenommen.

Hoffnung machen zudem die verbesserten Heilungschancen bei Kindern. Ihre 5-Jahres-Überlebensrate liegt mittlerweile bei 85 Prozent. Die Schweiz gehört damit zu den Ländern mit den besten Behandlungsergebnissen bei Kindern mit einer Krebserkrankung.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 04.02.2019, 16:43 Uhr

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