Ehec aus Nordafrika eingeschleppt?

Forscher kommen dem Ursprung der Ehec-Ausbrüche in 17 Ländern näher auf die Spur. Der verantwortliche Erreger ist womöglich aus Nordafrika eingeschleppt worden.

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Zwar gebe es noch immer zahlreiche Unklarheiten, ob der Samen tatsächlich Auslöser sämtlicher Ehec-Erkrankungen sei. Bockshornkleesamen aus Ägypten spielten aber bei den ursprünglichen Ehec-Ausbrüchen in Deutschland und Frankreich eine Rolle, erklärten die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

In dem gemeinsam vorgelegten Bericht hiess es, dass 2009 aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen offenbar an dem Ausbruch in Frankreich, 2010 importierte Samen offenbar an dem Ausbruch in Deutschland beteiligt gewesen seien. Dies erkläre allerdings nicht den Ehec-Toten in Schweden, wo Sprossen keine Rolle gespielt hätten.

Erkrankungen in 17 Ländern

Das Robert-Koch-Institut (RKI) registrierte 47 Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim. In Frankreich wurde über acht Fälle von Ehec-Erkrankungen berichtet. Sieben Menschen werden in Bordeaux im Krankenhaus behandelt, ein Patient wurde bereits entlassen. In 15 Ländern wurden weitere 119 Ehec-Fälle bekannt, deren Ursprung auf eine Sprossenfarm in Deutschland zurückgeführt wurde.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO betrachtet den Ehec-Ausbruch in Frankreich separat. Sie räumte allerdings ein, dass von den acht Fällen in Frankreich drei die gleichen Bakterienstämme wie in Deutschland aufwiesen. Das klinische Bild bei den französischen Fällen ähnele dem in Deutschland. (rub/dapd)

Erstellt: 30.06.2011, 07:18 Uhr

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