Trauriger Spitzenplatz für die Schweiz

Hierzulande kommt Hautkrebs sehr häufig vor. Im Vergleich mit 40 europäischen Ländern belegt die Schweiz gar den ersten Platz. Vor allem die starke Zunahme in den letzten Jahren gibt Rätsel auf.

Schmerzhafter Sonnenbrand: Ein Schwinger sucht Abkühlung im Schatten am Glarner-Bündner Kantonalschwingtag in Elm, 24. Mai 2010.

Schmerzhafter Sonnenbrand: Ein Schwinger sucht Abkühlung im Schatten am Glarner-Bündner Kantonalschwingtag in Elm, 24. Mai 2010. Bild: Keystone

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Hauptursache für Hautkrebs ist übermässige UV-Strahlung. Nebst der Sonnenstrahlung spielen Solarien eine wichtige Rolle. Das zeigt eine Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Demnach haben knapp jede zweite Schweizerin und mehr als jeder vierte Schweizer schon einmal ein Solarium benutzt. Fast ein Zehntel der Bevölkerung legt sich regelmässig unter die künstliche Sonne – vor allem jüngere Personen.

Im Vergleich mit 40 europäischen Ländern liegt die Schweiz für das Hautmelanom mit jährlich 22 neuen Fällen pro 100'000 Einwohner an erster Stelle. Weltweit betrachtet besetzt die Schweiz hinter Australien und Neuseeland den dritten Platz.

Die meist nicht tödlich verlaufenden Hautveränderungen, sogenannte Nicht-Melanome, treten mit jährlich rund 160 neuen Fällen pro 100'000 Einwohner, insgesamt 12'000 neuen Fällen jährlich, deutlich häufiger auf als das Melanom. Das Melanom gehört zu den häufigsten Krebsarten bei jungen Erwachsenen.

Melanomhäufigkeit verdoppelt

In den letzten 20 Jahren hat sich die Melanomhäufigkeit in der Schweiz verdoppelt. Dabei sind sowohl die Zunahme als auch die Häufigkeit in der Alterskategorie der unter 50-Jährigen bei den Frauen gegenüber den Männern deutlich grösser. Bei den über 70-Jährigen sind die Verhältnisse gerade umgekehrt.

Der Grund für das grosse Hautkrebsvorkommen und diesen Anstieg in der Schweizer Bevölkerung ist abschliessend nicht geklärt. Vermutet wird, dass sich das seit Jahren veränderte UV-intensive Freizeitverhalten an Wochenenden, häufige Sonnenurlaube und Kompensation der grauen und kalten Jahreszeit an der künstlichen Sonne im Solarium negativ auswirken.

Grundsätzlich sei die Nutzung eines Solariums ein potenzielles Gesundheitsrisiko, schreibt das BAG. Gerade Personen mit dem hellsten Hauttyp I sollten auf keinen Fall ein Solarium benutzen und Personen mit dem etwas dunkleren Hauttyp II wird von einem Solariumbesuch abgeraten.

Repräsentative Befragung

Die Ergebnisse der Studie «Solariumnutzung in der Schweiz» basieren zum einen auf einer repräsentativen Befragung von 1000 Einwohnern ab 16 Jahren aus der ganzen Schweiz durch das Forschungsinstitut gfs.bern.

Um die Gruppe der Solariumnutzenden vertieft analysieren zu können, wurde zudem eine Stichprobe solcher Personen befragt. Total liegen so die Aussagen von 703 aktuell Solarien nutzenden Personen ab 16 Jahren vor. Die Befragungen wurden zwischen dem 3. Mai und dem 14. Juni 2010 durchgeführt. (bru/sda)

Erstellt: 11.04.2011, 12:47 Uhr

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