Uni Basel entwickelt Technik für Kampf gegen Krebs

Nanosensoren helfen bei der Diagnose von schwarzem Hautkrebs. Dadurch kann das geeignete Medikament eingesetzt werden.

Der Federbalken links trägt die Erkennungssequenz für die gesuchte Mutation. Ist diese in der untersuchten Probe vorhanden, bindet das entsprechende RNA-Stück an den Federbalken, was zu dessen Verbiegung führt. Diese ist messbar und damit ein eindeutiger Nachweis für das Vorhandensein der Erbgutveränderung.

Der Federbalken links trägt die Erkennungssequenz für die gesuchte Mutation. Ist diese in der untersuchten Probe vorhanden, bindet das entsprechende RNA-Stück an den Federbalken, was zu dessen Verbiegung führt. Diese ist messbar und damit ein eindeutiger Nachweis für das Vorhandensein der Erbgutveränderung. Bild: Universität Basel, Departament Physik

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Basler Forscher stellen eine nanotechnologische Methode vor, mit der sich im Fall von schwarzem Hautkrebs der genaue Typ des Tumors bestimmen lässt. Mit diesem Wissen können Mediziner das geeignete Medikament für die Therapie wählen.

Forschende der Universität und des Universitätsspitals Basel haben einen Nanosensor entwickelt und getestet, mit dem sie die Diagnostik von schwarzem Hautkrebs beschleunigen. Dieser macht zwar nur fünf Prozent aller Hautkrebsarten aus, ist jedoch der gefährlichste. Der neue Nanosensor erlaubt, in Gewebeproben von Betroffenen eine bestimmte Erbgutveränderung aufzuspüren, die für die Therapie entscheidend ist.

Diese Mutation in einem Gen namens «BRAF», die zur unkontrollierten Vermehrung der Krebszellen führt, kommt bei etwa der Hälfte der Patienten mit schwarzem Hautkrebs vor. Es gibt wirksame Medikamente, die genau diese Mutation ausnutzen und das Leben dieser Patienten verlängern. Bei jenen ohne die BRAF-Mutation führen diese Wirkstoffe aber zu schweren Nebenwirkungen und nicht zur gewünschten Wirkung.

Verbogener Federbalken

Der Sensor beruht auf winzigen Federbalken, die unterschiedlich beschichtet sind, teilte die Universität Basel am Dienstag mit. Auf einigen brachten die Forschenden die Erkennungssequenz der BRAF-Mutation auf. Auf diese Federbalken wird aus den Gewebeproben isoliertes Erbgut (RNA) aufgebracht. Ist die BRAF-Mutation vorhanden, bindet die RNA an die Erkennungssequenz und verbiegt dadurch den Federbalken. Diese Verbiegung können die Forschenden auslesen.

Das Team um Ernst Meyer und Christoph Gerber vom Swiss Nanoscience Institute und dem Departement Physik der Uni Basel hat die Methode im Rahmen einer klinischen Pilotstudie getestet und die Ergebnisse kürzlich im Fachjournal «Nano Letters» veröffentlicht. Der Vorteil sei, dass diese Methode sehr schnell Ergebnisse liefere: Von der Entnahme der Biopsie bis zur Diagnose verginge nicht einmal ein Tag, schrieb die Uni Basel.

Vom Labor ans Krankenbett

Die Federbalken wird ursprünglich in Rasterkraftmikroskopen verwendet. Dort sitzt daran eine nanoskopisch kleine Nadel, die zeilenweise über die Oberfläche einer zu untersuchenden Probe geführt wird. Durch die Auslenkung des Federbalken lassen sich die Eigenschaften und atomaren Kräfte der Oberfläche im Nanometerbereich bestimmen.

Christoph Gerber erhält am Dienstag gemeinsam mit Gerd Binnig und Cal Quate den renommierten Kavli-Preis für die Entwicklung dieser Mikroskopietechnik. «Wir haben vor 30 Jahren nicht voraussehen können, dass unsere Technologie einmal in der Klinik für personalisierte Medizin angewendet werden könnte - sozusagen vom Labor ans Krankenbett», sagte Gerber gemäss der Mitteilung. (lip/sda)

Erstellt: 06.09.2016, 12:06 Uhr

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