Basler Physiker gewinnt wichtigsten Schweizer Wissenschaftspreis

Der mit 50'000 Franken dotierte Marcel-Benoist-Preis 2010 geht an den Basler Quantenphysiker Daniel Loss. Er wird ausgezeichnet für seine Pionierarbeiten zum so genannten Quantencomputer. Solche Rechner könnten künftig Probleme lösen, die heute als unlösbar gelten.

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Der 52-jährige Loss ist Professor für theoretische Physik an der Universität Basel und befasst sich mit Quantenphänomenen, wie das das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) und die Marcel-Benoist-Stiftung am Mittwoch mitteilten. Er gilt als führender Experte auf dem Gebiet der Quanteninformation.

In einer Reihe von bahnbrechenden Arbeiten hätten Loss und seine Mitarbeiter ein Konzept zur Realisierung eines Quantencomputers vorgeschlagen, heisst es in der Mitteilung weiter. Einen solchen Superrechner gibt es heute noch nicht. Er könnte in Zukunft aber heute unlösbare Probleme lösen.

Flut von Experimenten

Es gibt verschiedene Ansätze, wie ein solcher Computer aussehen könnte - die Suche danach ist ein hochaktuelles Forschungsgebiet. 1998 publizierte Loss den Vorschlag, eine schwer fassbare quantenphysikalische Eigenschaft, den Spin, einzelner Elektronen in Festkörpern als Informations- und Recheneinheiten für Quantencomputer zu nutzen. Diese und weitere Arbeiten von Loss und seinem Basler Team stiessen weltweit auf grosses Interesse. Sie lösten laut der Mitteilung eine regelrechte Flut von Experimenten aus, welche die zu Grunde liegenden Theorien in bemerkenswerter Art bestätigten.

Noch werde einiges an Grundlagenforschung nötig sein, bevor es Quantencomputer gebe, heisst es auf der Webseite der Marcel-Benoist-Stiftung. Auf dem Weg dorthin seien aber schon viele neue Erkenntnisse gewonnen worden. Loss und sein Team hätten für diese Entwicklung einen wichtigen Grundstein gelegt.

Bundesrat Burkhalter an der Feier in Basel

Der in Winterthur geborene Loss ist Direktor des 2005 gegründeten «Center for Quantum Computing and Quantum Coherence» in Basel. Zudem ist er Co-Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) Nanowissenschaften an der Universität Basel und war mehrmals Vorsteher des dortigen Departements Physik. Loss wird die Auszeichnung am 25. November an einer Zeremonie an der Universität Basel entgegen nehmen dürfen. Überreichen wird den Preis Bundesrat Didier Burkhalter, der als EDI-Vorsteher auch Präsident der Marcel-Benoist-Stiftung ist.

In den letzten Jahren war der Preis jeweils mit 100'000 Franken dotiert gewesen. Wie EDI-Sprecherin Katja Zürcher sagte, wurde die Preissumme nun halbiert, weil das Stiftungsvermögen durch die Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Rechnung 2008 schloss mit einem Rekordverlust von rund 677'000 Franken ab. Das Stiftungsvermögen betrug Ende 2008 nur noch 2 Millionen Franken. (jg/sda)

Erstellt: 13.10.2010, 10:39 Uhr

Ausgezeichnet: Daniel Loss. (Bild: Uni Basel)

Wichtigster Schweizer Wissenschaftspreis

Der Marcel-Benoist-Preis wird seit 1920 jährlich vergeben. Er gilt als wichtigster Wissenschaftspreis der Schweiz und wird auch als «Schweizer Nobelpreis» bezeichnet. Ausgezeichnet werden in der Schweiz etablierte Wissenschaftler für bedeutende Arbeiten und deren Auswirkung auf das menschliche Leben.

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