Die Hälfte aller UNESCO-Weltnaturerbe-Stätten bedroht

114 der weltweit 229 UNESCO-Naturerbe-Stätten sind durch industrielle Aktivitäten gefährdet. Dies geht aus einem Bericht des WWF hervor.

Gehört laut WWF-Bericht zu den bedrohten Stätten: Das Barrier Reef in Belize. (Undatierte Aufnahme)

Gehört laut WWF-Bericht zu den bedrohten Stätten: Das Barrier Reef in Belize. (Undatierte Aufnahme) Bild: Belize Tourist Board/AP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht der Umweltschutzorganisation legt alarmierende Zahlen vor. Demnach ist knapp die Hälfte aller Weltnaturerbe-Stätten sind durch Öl- und Gasbohrungen, Bergbau sowie illegalen Holzschlag in ihrer Existenz bedroht.

In Zahlen ausgedrückt sind laut dem Bericht 114 der weltweit 229 UNESCO-Naturerbe-Stätten gefährdet. Elf Millionen Menschen hingen direkt vom Überleben dieser Stätten ab, «denn sie sorgen für Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung, den Erhalt der Artenvielfalt und helfen, den Klimawandel zu bekämpfen».

Barrier Reef in Belize bedroht

«Wir müssen diese Stätten schützen, denn sie schützen auch unser Leben», sagte der Generaldirektor des WWF International, Marco Lambertini. So seien zwei Drittel aller Stätten für die Wasserversorgung wichtig. Unter den bedrohten Stätten ist etwa das Barrier Reef in Belize, das durch Küstenbebauungen, Abholzung der Mangrovenwälder, Ölbohrungen und Einträge aus der Landwirtschaft gefährdet ist.

«Die weltweiten Naturerbe-Stätten sollten den höchsten Schutzstatus haben, und dennoch ist es oft sehr schwierig, diese wichtigen Regionen der Erdoberfläche zu schützen», warnte Lambertini. Insgesamt bedeckt das Weltnaturerbe fast 2,8 Millionen Quadratkilometer. Das entspricht etwa einem halben Prozent der Erdoberfläche.

Der WWF rief die Regierungen der Welt sowie die Unternehmen auf, langfristige Schutzziele über die kurzfristigen Profitziele zu stellen. «Statt dem Ausbau industrieller Aktivitäten braucht es nachhaltige Alternativen, um das Weltnaturerbe zu schützen», forderte die Umweltschutzorganisation. (chi/sda)

Erstellt: 06.04.2016, 04:46 Uhr

Artikel zum Thema

Feuer vernichtet bedeutende Bäume

Die tasmanischen Wälder stehen seit Wochen in Flammen. Umweltexperten fürchten um den Fortbestand des UNESCO-Weltkulturerbes. Mehr...

IS sprengt Triumphbogen in Palmyra

Die Zerstörungswut des IS geht in Syrien weiter: Er macht ein 2000 Jahre altes Unesco-Weltkulturerbe dem Erdboden gleich. Mehr...

Korallensterben löst höchste Alarmstufe aus

Hohe Wassertemperaturen sind eine Gefahr für die Korallen am Great Barrier Reef. In gewissen Regionen sind die Schäden schon erheblich. Mehr...

Kommentare

Blogs

Nachspielzeit Was wir alle von Niko Kovac lernen können

Sweet Home Frühling auf dem Tisch

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Die Welt in Bildern

Zu früh gefreut: Teilnehmer der legendären Patrouille des Glaciers gratulieren sich auf der Rosablanche im Wallis, noch etliche Kilo- und Höhenmeter vom Ziel in Verbier entfernt (18. April, 2018).
(Bild: Jean-Christophe Bott) Mehr...