Gruss von der Titanic

Bereits 2005 prophezeite der WWF das Verschwinden des Arktiseises innerhalb von fünf Jahren. Auch andere Vorhersagen zum Klimawandel erwiesen sich immer wieder als falsch.

Das Eis hätte gemäss früherere Warnungen in der Arktis bereits seit Jahren verschwunden sei sollen.

Das Eis hätte gemäss früherere Warnungen in der Arktis bereits seit Jahren verschwunden sei sollen. Bild: Keystone

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Und wieder wurde das Datum für den Weltuntergang verschoben. Bis 2030 hätten wir Zeit, so der neueste Sonderbericht des Weltklimarates, um planetarische Katastrophen wie Fluten, Dürren, Hungersnöte, arktische Eisschmelze oder den Tod der Korallenriffe, der «Regenwälder der Meere», zu verhindern. Voraussetzung sei allerdings die weltweite Halbierung des industriellen CO2-Ausstosses.

Es ist nicht das erste Mal, dass mit dem Aufmarsch der apokalyptischen Reiter der Erderwärmung gedroht wird. 2005 zum Beispiel prophezeite der Naturschutzmulti WWF das Verschwinden des Arktiseises innerhalb der nächsten fünf Jahre. Das Eis ist immer noch dort und mit ihm eine muntere Eisbärenpopulation.

Im selben Jahr sagte die Umweltbehörde der UN voraus, dass ebenfalls innerhalb von fünf Jahren 50 Millionen «Klimaflüchtlinge» aus ihren überfluteten oder aufgeheizten Heimaten aufbrechen werden. Viele Menschen sind seither gekommen, jedoch keiner wegen eines plötzlich entfesselten Klimas. Oder Gordon Brown: 2009 verkündete der damalige englische Premier, dass «wir noch 50 Tage haben, um die Welt zu retten». Es war kurz vor dem Klimagipfel in Kopenhagen, der übrigens bei Schnee und eisigen Temperaturen stattfand.

Klima-Erforschung bei Weitem nicht abgeschlossen

Nach den Voraussagen etlicher düsterer Klimaexperten hätte es schon damals keine weissen Winter mehr geben dürfen. Der Gipfel endete in Chaos und Streit, aber die Welt, wen wundert’s, dreht sich bis heute ungerührt weiter. Oder die einflussreiche Internationale Energieagentur: 2011 warnte sie, dass nur noch fünf Jahre blieben, um die CO2-Emissionen einzudämmen. Danach sei der Kampf um die Weltenrettung verloren. Und nun erklärt der Weltklimarat, dass die Menschheit immerhin noch zwölf Jahre zur Verfügung habe, um die Erde vor dem Sturz in die Hitzehölle zu bewahren.

Wer zu oft mit dem Schlimmsten droht, das dann doch nicht eintrifft, dem glaubt man nicht mehr. Um wieder Vertrauen herzustellen, sollten sich die Fehlprognostiker für ihre Irrtümer entschuldigen und offen darüber debattieren, was man noch nicht weiss. Klima ist ein hochkomplexes, anarchisches System, das offensichtlich verlässliche Prognosen kaum zulässt und dessen Erforschung bei Weitem nicht abgeschlossen ist. Endzeit-Hysterie oder zynische Angstpolitik haben dabei nichts zu suchen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 16.10.2018, 10:49 Uhr

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