Airbus A380 – die fliegende Wettermaschine

Der Flughafen Dubai platzt aus allen Nähten: Um die Kapazität zu erhöhen, versuchen die Betreiber, die Effizienz allein durch die Reihenfolge der Landeanflüge zu steigern.

Der Stolz der Emirates-Flotte: Ein A380 wird in Dubai gewartet. Bild: Twitter/Dubai Media Office (26. Mai 2015)

Der Stolz der Emirates-Flotte: Ein A380 wird in Dubai gewartet. Bild: Twitter/Dubai Media Office (26. Mai 2015)

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Dubais internationaler Flughafen sieht sich mit einem Problem konfrontiert, von dem sich andere Flughäfen wünschen würden, sich damit herumschlagen zu müssen: Dank dem Erfolg der staatlichen Airline Emirates sowie der Strategie, aus zwei Landebahnen mitten in der Wüste einen der wichtigsten Langstrecken-Knotenpunkte zwischen dem westlichen und östlichen Luftraum herzustellen, platzt der Flughafen aus allen Nähten.

Den Schlüsselfaktor für diesen Erfolg in so kurzer Zeit stellt das mit 525 Plätzen grösste kommerzielle Luftfahrzeug der Welt dar: der Airbus A380. Emirates ist mit einer Flotte von 60 A380-Fliegern heute schon der grösste Betreiber des Superjumbos, möchte den Bestand der Flotte künftig aber noch auf 140 aufstocken. Dies stellt den Flughafen vor eine logistische Herausforderung: Eine neue Landebahn ist bereits in Planung, wird jedoch frühestens in zehn Jahren fertiggestellt werden. Eine neue Flughafenhalle soll die Kapazität um 25 Prozent auf 90 Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. Das sind allerdings 10 Millionen Passagiere weniger, als bis 2020 prognostiziert werden.

Superjumbos sollen Effizienz erhöhen

Um diesem Defizit entgegenzuwirken, möchte Dubai die Kapazität erhöhen, indem künftig mehr Superjumbos gebucht werden sollen. Emirates hielt gemäss Bloomberg Business fest:

«Wir unterstützen jede operationale Kapazitätserhöhung, die der Flughafen bewerkstelligen kann.»Emirates

Dies ist jedoch einfacher gesagt als getan, denn dieselben A380, die hinter Dubais Erfolg stehen, schränken den Flugverkehr auch ein: Die Flugzeuge sind mit ihren vier Triebwerken derart wuchtig, dass sie für einige Zeit Luftturbulenzen hinterlassen. Dies führt dazu, dass ein Flugzeug, das hinter einem A380 zum Landeanflug ansetzt, einen grösseren Sicherheitsabstand einnehmen muss als ein Flugzeug, das hinter einem kleineren Modell anfliegen würde:

Unterschiedliche Sicherheitsabstände: Der Kapazitätsgewinn durch das erhöhte Fassungsvermögen des A380 kann durch einen Kapazitätsverlust aufgrund des erhöhten Mindestabstands zum Superjumbo kompensiert werden. Animation: Bloomberg (26. Mai 2015)

Optimierung der Landeanflüge

Der A380 ist im Grunde eine fliegende Wettermaschine, die mit einer Flügelspannweite von 80 Metern Winde in Orkanstärke auslöst. Sogar eine Boeing 747 muss zum 560-Tonnen-Koloss einen Mindestabstand von sechs nautischen Meilen einnehmen. Für kleinere Flieger, wie die Boeing 737, gilt sogar ein Abstand von sieben nautischen Meilen.

Bisher wurde nicht gross darauf geachtet, in welcher Reihenfolge unterschiedliche Flugzeugmodelle in Flughäfen eintreffen und welcher Kapazitätsverlust damit durch suboptimale Mindestabstände einhergeht. Der Flughafen Dubai arbeitet derzeit an der Optimierung der Reihenfolge seiner Landeanflüge. Die grossen Flieger A380 und Boeing 777 treffen nicht mehr vorzu, sondern gruppiert in drei Wellen täglich im Flughafen ein. Damit soll die sogenannte Vortex-Lücke – die Lücke, die durch unterschiedliche Sicherheitsabstände entsteht – minimiert werden. Mit einem global steigenden Flugverkehr kann davon ausgegangen werden, dass sich künftig auch andere Flughäfen mit dieser Problematik auseinandersetzen werden müssen. (pst)

Erstellt: 28.05.2015, 09:52 Uhr

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