Russischer Satellit Jamal-402 gerettet

Beim Telekommunikationssatelliten waren auf dem Weg zur vorgesehenen Erdumlaufbahn Probleme aufgetreten. Nun erreichte Jamal-402 seinen Orbit aus eigener Kraft. Es drohen jedoch weitere Schwierigkeiten.

Sollte 15 Jahre in Betrieb sein: Der Satellit Jamal-402 im Werk von Thales Alenia Space.

Sollte 15 Jahre in Betrieb sein: Der Satellit Jamal-402 im Werk von Thales Alenia Space.

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Ende gut, alles gut: Nach dem Fehlstart vor einer Woche ist der russische Telekommunikationssatellit Jamal-402 doch noch gerettet worden. Durch die vierte Zündung seiner Triebwerke hat der 4,5 Tonnen schwere Raumflugkörper aus eigener Kraft sein Ziel in 36'000 Kilometer Höhe erreicht, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Betreiber Gasprom Space Systems (GKS) meldete. Nun würden die Sonnensegel und die Antennen des Satelliten ausgefahren. Er soll dann Anfang Januar 2013 planmässig vom französischen Hersteller Thales Alenia Space übergeben werden könne.

Wegen eines technischen Problems mit der Oberstufe der Proton-M-Trägerrakete war der Satellit Jamal-402 am vergangenen Sonntag vier Minuten zu früh ausgesetzt worden. Daraufhin hatten die französischen Experten die nunmehr erfolgreich abgeschlossene Rettungsaktion gestartet. Dazu zündeten sie in den vergangenen Tagen vier Mal die Triebwerke des Satelliten. Fraglich ist allerdings, ob dessen Treibstoffvorräte dadurch noch für die geplanten 15 Jahre Betriebszeit reichen. Schätzungen gehen davon aus, dass die Lebensdauer auf etwa elf Jahre reduziert wurde.

Qualitätsprobleme in russischer Raumfahrt

Jamal-402 war am vergangenen Samstag um 14.13 Uhr europäischer Zeit (17.13 Uhr Moskauer Zeit) vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aufgestiegen. Die ersten drei Stufen der Trägerrakete hatten normal funktioniert und den Satelliten auf die Erdumlaufbahn gebracht. Auf dem rund neunstündigen Weg von dort in den geostationären Orbit waren vier Zündungen der Oberstufe vorgesehen. Drei davon verliefen nach Plan. Bei der vierten arbeiteten die Triebwerke jedoch statt neun nur fünf Minuten.

Der Satellit soll Kunden vornehmlich in Russland, aber auch in West- und Mitteleuropa, dem Nahen Osten und Nordafrika mit verschiedenen Dienstleistungen versorgen.

Russland hatte zuletzt erhebliche Schwierigkeiten vor allem mit den Oberstufen seiner Trägerraketen. Als Ursache wird von Experten das mangelhafte Qualitätsmanagement bei den Herstellern angesehen. Abhilfe soll hier die Neustrukturierung der Branche schaffen, an der derzeit gearbeitet wird. (kpn/dapd)

Erstellt: 15.12.2012, 10:26 Uhr

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