ISS-Crew geht wegen Sonneneruption in Deckung

Hohe Strahlung stellt eine Gefahr für die Besatzung dar. Sie muss nun bestimmte Bereiche der ISS meiden.

Trotz gigantischer Sonneneruption:Die Arbeiten auf der ISS seien nicht gestört worden. Video: Tamedia/Nasa
Video: Nasa/Keystone

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Wegen einer Sonneneruption hat sich die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS vor möglichen Strahlungsschäden in Sicherheit gebracht. Die drei Raumfahrer sollen bestimmte weniger geschützte Bereiche der ISS vorübergehend meiden.

Die Raumfahrer erhielten entsprechende Anweisungen von ihren jeweiligen Bodenstationen am Sonntag, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Montagabend in Moskau mitteilte. Derzeit arbeiten auf dem Aussenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde der Russe Sergej Rjasanski, der US-Amerikaner Randolph Bresnik und der Italiener Paolo Nespoli.

«Protonenstrom könnte Hülle durchdringen»

Anlass für die Warnung war Berichten zufolge erhöhte Sonnenaktivität. Am Sonntagabend war die ISS demnach hoher Protonen-Aktivität und Strahlung ausgesetzt. Die Werte waren nach Einschätzung russischer Experten gefährlicher als nach der Rekord-Sonneneruption vom 6. September. Diese galt als die grösste seit zwölf Jahren.

«Ein gewaltiger Protonenstrom könnte die Hülle der ISS durchdringen», sagte der Atomphysiker Michail Panasjuk der Agentur Ria Nowosti. Panasjuk rief dazu auf, den kommenden bemannten Raketenstart zu überdenken. In der Nacht zum Mittwoch sollen zwei Amerikaner und ein Russe mit einer Sojus-Rakete als Verstärkung zur ISS fliegen.

Roskosmos teilte mit, die Besatzung sowie die Arbeit auf der ISS seien nicht gestört worden. «Die Konstruktion der ISS bietet ausreichend Schutz der Mannschaft vor erhöhter Sonnenaktivität», hiess es. Von einer Verschiebung des Raketenstarts war zunächst keine Rede.

Paolo Nespoli hat auf Twitter ein Bild aus dem Alltag veröffentlicht:

(woz/sda)

Erstellt: 12.09.2017, 08:03 Uhr

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