Ein junger Exote pfeift sich Richtung WM-Final

Die Schiedsrichter und deren Herkunft werden spätestens seit dem Auftritt des Saudis Al Ghamdi heiss diskutiert. Derweil hat sich mit Rawschan Irmatow ein Usbeke als bester Unparteiischer der WM etabliert.

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Auf den ersten Blick wirkt der unscheinbare, etwas ungelenke Rawschan Irmatow nicht wie ein Mann, der eine grosse Autorität ausüben könnte und den Tricks und Launen der Fussball-Profis gewachsen wäre. Doch der Schiedsrichter aus Usbekistan hat an dieser WM nahezu unbemerkt als Erster und als Einziger neben dem nicht immer fehlerfreien Uruguayer Jorge Larrionda schon drei Partien geleitet.

Ein erstes Zeichen hatte die Fifa gesetzt, als sie Asiens Schiedsrichter der Jahre 2008 und 2009 fürs Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko nominierte. Der 32-Jährige löste die Aufgabe souverän. Eine Woche später pfiff Irmatow das Duell zwischen England und Algerien (0:0) und hatte keine Mühe, Stars wie Wayne Rooney, der bekannt für seine Verbalattacken gegen Unparteiische ist, im Zaun zu halten. Am Dienstagabend stand Irmatow bereits wieder auf dem Platz und zeigte beim Spiel zwischen Griechenland und Argentinien (0:2) zum dritten Mal eine makellose Leistung. Irmatov leitete die Spiele unaufgeregt, wurde aber wenn nötig auch energisch.

«Ich möchte der Beste sein»

«Es ist mein Charakter, stets das Maximum zum Ziel zu nehmen. Ich möchte der Beste sein und das motiviert mich», sagt der junge Schiedsrichter, der seinen Traum vom Profi-Fussballer im Alter von 19 wegen einer Verletzung hatte aufgeben müssen und danach in die Fussstapfen seines Vaters trat und Schiedsrichter wurde.

Mit seinen fast fehlerlosen Auftritten hat sich der Usbeke, der bisher in drei Spielen nur achtmal Gelb zückte und sich nicht von der in Südafrika unter Schiedsrichter grassierenden Platzverweis-Epidemie anstecken liess, im Rennen um den WM-Final am 11. Juli in die Pole-Position geschoben.

Diskussion um Exoten-Schiedsricher

Der Unterstützung der Fifa kann sich der Mann aus der ehemaligen Sowjetrepublik Usbekistan gewiss sein, das haben die bisherigen Ansetzungen schon gezeigt. Ausserdem dient er dem internationale Fussball-Verband als Posterboy für die Politik, dass auch Schiedsrichter aus sogenannt exotischen Fussball-Ländern bei der WM zum Einsatz kommen.

Nicht zuletzt nachdem der Saudi Al Ghamdi den Schweizer Valon Behrami gegen Chile vom Platz gestellt hatte, wird in Europa von vielen Experten gefordert, dass nur Schiedsrichter pfeifen sollen, die sonst Spiele auf höchstem Niveau, sprich der europäischen Champions League, leiten.

Als Asiate im Vorteil

Irmatow, der als Instruktor an einer Fussball-Schule arbeitet, hat einen weiteren Vorteil gegenüber seinen grössten Konkurrenten im Kampf um den WM-Final. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein asiatisches Team das Endspiel erreicht, ist eher gering. Und bisher wurden alle Spiele zwischen Ländern aus unterschiedlichen Kontinental-Verbänden von einem Schiedsrichter aus einem dritten Kontinent geleitet. Käme es also zu einem Final zwischen einer südamerikanischen und einer europäischen Mannschaft, würden alle Kandidaten aus Südamerika und Europa wegfallen.

Die europäischen Spitzenschiedsrichter wie der Italiener Roberto Rosetti oder Massimo Busacca müssen somit schon fast auf einen Final zwischen zwei Teams aus Europa hoffen. Darauf deutet jedoch nach dem bisherigen Turnierverlauf, den die südamerikanischen Teams prägten, noch wenig hin. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.06.2010, 13:33 Uhr

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