Generell 30 für Velofahrer?

Der VCS Schweiz will die E-Bikes ausbremsen und bekommt sogar vom Veloverband Unterstützung. Allerdings nur in einem Punkt.

Gilt hier bald Tempo 30? Ein Veloweg im Strassenraum.

Gilt hier bald Tempo 30? Ein Veloweg im Strassenraum. Bild: Keystone

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E-Bikes sind ein Sicherheitsrisiko auf Zürcher Strassen. Das belegen die aktuellen Zahlen der Verkehrsunfallstatistik. In der Stadt Zürich hat die Zahl der verunfallten Personen mit E-Bikes innert Jahresfrist von 42 auf 65 zugenommen. Auf dem gesamten Kantonsgebiet stiegen Unfallzahlen mit den elektrisch angetriebenen Fahrrädern zwischen 2016 und 2017 um 47 Prozent. 34 schwer verletzte E-Bike-Fahrer verzeichnete die Kantonspolizei im letzten Jahr, zwei Personen kamen bei einem E-Bike-Unfall ums Leben.

Nun will der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) die Verkehrssicherheit für Radfahrer zumindest auf den Velowegen erhöhen, wie die «CH Media» heute Montag schreibt. Präsident Ruedi Blumer empfiehlt, dass sich die schnellen E-Bikes auf Velowegen künftig an ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern halten sollen oder dann auf die Strasse ausweichen dürfen. Gegenwärtig sind alle Velofahrer dazu verpflichtet, den Radweg zu benutzen, sofern dieser parallel zur Strasse verläuft.

Aufhebung der Veloweg-Benützungspflicht

Diese Veloweg-Benützungspflicht will Blumer aufheben, und zwar nicht nur für E-Bikes. «Rennvelofahrer sind teils ebenfalls sehr schnell unterwegs. Das Tempolimit soll grundsätzlich für alle Benutzer von Velowegen gelten», sagt Blumer.

Auch Dave Durner, Geschäftsführer des Veloverbands Pro Velo Zürich, ist der Meinung, dass E-Bikes in der Stadt viel zu schnell unterwegs sind. «Man wird zum Teil krass rechts und links überholt. Vor allem dort, wo der Platz knapp ist», sagt er. Dabei bringe die hohe Geschwindigkeit im Stadtraum gar nichts. «Die 100 Meter bis zur nächsten Ampel auf 45 Stundenkilometer zu beschleunigen, lohnt sich kaum. Mag sein, dass der Radius mit diesen Velos für Pendler vergrössert wird, aber in der Stadt könnten sie den Antriebsstrom auch abstellen.»

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Soll die Benutzungspflicht von Velowegen abgeschafft werden?





Die Einführung einer generellen Tempolimite auf Radwegen findet er allerdings nicht sinnvoll. «Wer soll das kontrollieren, und wie?», fragt er. Tatsächlich besteht derzeit keine Pflicht, Velos oder E-Bikes mit einem Kontrollschild zu kennzeichnen. Das macht es für die Polizei unmöglich, fehlbare Radfahrer zu identifizieren. Auch über geeichte Tachos verfügen diese Fahrzeuge nicht, die Fahrer können also auch nicht erkennen, ob sie zu schnell fahren.

«Wer auf dem Velo unsicher ist oder nicht schnell fahren will, kann auf dem Radweg bleiben. Wer schneller fahren möchte, darf auf die Autofahrbahn. Mehr Regeln braucht es nicht.»Dave Durner,
Geschäftsführer Pro Velo Zürich

Die Forderung des VCS, die Veloweg-Benutzungspflicht aufzuheben, sei hingegen richtig: «Wer auf dem Velo unsicher ist oder nicht schnell fahren will, kann auf dem Radweg bleiben. Wer schneller fahren möchte, darf auf die Autofahrbahn. Mehr Regeln braucht es aus meiner Sicht nicht.»

Wer muss auf den Veloweg?

Um in Zürich den Velowegzwang generell aufzuheben, braucht es einen politischen Entscheid und eine Gesetzesänderung. Eine entsprechende Motion der GLP hat der Nationalrat allerdings vor vier Jahren verworfen, und auch der Bundesrat hat aus Sicherheitsgründen eine allgemeinen Lockerung dieser Regel bisher abgelehnt.

Derzeit wollen die Velo- und Autofahrerverbände auf Bundesebene erst die Frage klären, welche Verkehrsmittel überhaupt unter das Velogesetz fallen. Gehören beispielsweise Segways, elektrische Trottinetts und Hooverboards auch dazu?

Bis diese Grundsatzdiskussion nicht geführt worden sei, bringe es nichts, bereits über Detailanpassungen zu beraten, sagt Pro-Velo-Präsident und SP-Nationalrat Matthias Aebischer zu «CH Media». Auch TCS-Vizepräsident und FDP-Nationalrat Thierry Burkart will zunächst eine Gesamtauslegeordnung, wer wo unterwegs sein soll. «Dazu gehört auch die Frage, wer auf den Velowegen fahren darf oder muss.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.11.2018, 14:47 Uhr

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