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Wenn Coop an junge Trinker denkt

Während der Street-Parade machte eine Coop-Filiale in Zürich ihren trinkfreudigen Kunden ein verlockendes Angebot: Haufenweise gekühlten Vodka. Nicht nur Präventionsfachleute finden das eine Schnapsidee.

Coop bot Street-Parade-Besuchern hochprozentigen Alkohol im Vorbeigehen an: Kühltruhe mit Dutzenden Vodkaflaschen.

Coop bot Street-Parade-Besuchern hochprozentigen Alkohol im Vorbeigehen an: Kühltruhe mit Dutzenden Vodkaflaschen.

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Gleich literweise stellte der Supermarkt am vergangenen Samstag hochprozentigen Alkohol griffbereit in grossen Kühltruhen zum Verkauf bereit – wo sonst Joghurt im Sonderangebot und Aktions-Pouletschenkel angeboten werden.

Eine Coop-Geschäftsstelle in der Zürcher Innenstadt witterte am vergangenen Samstag wohl das grosse Geschäft: Hunderttausende von jungen Menschen, die Party machen – und ordentlich eins über den Durst trinken wollten.

Für die Street-Parade-Organisatoren eine Schnapsidee: «Wir verzichten freiwillig auf den Verkauf von harten Alkoholika und würden uns wünschen, dass auch die Geschäfte unsere Präventionsbemühungen unterstützen würden», sagt Stefan Epli, Mediensprecher der Zürcher Street-Parade, als er mit dem Leserreporter-Bild konfrontiert wird.

«Absolut keine Coop-Aktion»

Auch bei der Zürcher Fachstelle zur Prävention des Alkoholmissbrauchs ist man nicht erfreut über die Vodka-Aktion: «Wenn Alkohol so leicht erhältlich ist und auf dem Präsentierteller angeboten wird, dann sinkt gerade bei Jugendlichen auch die Hemmschwelle zu trinken», sagt Barbara Steiger. Und übermässiger Alkoholkonsum könne bei Jugendlichen zu Gewalt, Littering und Unfällen führen. Für die Verkäufer sei es zudem schwierig, bei einem grossen Kundenandrang alle Ausweise genau zu überprüfen.

Coop wehrt sich gegen die Vorwürfe, Komatrinker mit Hochprozentigem zu versorgen: «Das ist absolut keine Coop-Aktion. Da hat ein Geschäftsführer in Eigenregie gehandelt, was wir sehr bedauern», sagt Karin Lasen, Mediensprecherin von Coop Zentralschweiz-Zürich. Die Plakate würden die einzelnen Filialen jeweils eigenständig drucken. Gemäss Lasen sei es den Filialen im Einzugsgebiet der Street-Parade sogar verboten, einen zweiten Verkaufspunkt mit Alkoholika aufzustellen. Der betreffende Geschäftsführer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.08.2012, 13:18 Uhr

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