Guns-N'-Roses-Fans wurden zusätzlich gefilzt

Wer gestern ans Konzert in den Letzigrund wollte, musste sich durchsuchen lassen. Das Regime wird auch künftig zur Anwendung kommen.

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Wer gestern kurz vor dem Konzert noch ein Ticket für den Auftritt von Guns N’ Roses im Letzigrund über das Internet kaufen wollte, dem fiel etwas sofort auf: Unter dem Titel der Tour stand in weissen Lettern auf schwarzem Grund: «Verstärkte Sicherheitsmassnahmen». Der Veranstalter Live Nation hat auf die jüngsten Terroranschläge von Grossbritannien reagiert: «Wegen der anhaltenden möglichen Gefährdung durch Anschläge sind unter anderem zusätzliche Einlasskontrollen erforderlich, die längere Wartezeiten nach sich ziehen können», heisst es auf der Website. Die neuen Sicherheitsvorkehrungen, wie sie gestern bei Guns N’ Roses zur Anwendung kamen, werden auch für das Depeche-Mode-Konzert nächste Woche im Letzigrund gelten.

Was das Regime für die Besucher bedeutet, erklärt Ralph Schuler so: «Es ist verboten, grössere Handtaschen, Rucksäcke und Helme mit ins Stadion zu nehmen», sagt der Geschäftsführer von Live Nation Schweiz. Zusätzlich wurden alle Besucher beim Eingang einem sogenannten Pat Down oder Body Search unterzogen, also gefilzt. Weiter seien die Sicherheitsvorkehrungen für den Künstlerbereich erweitert worden. Es gebe zum Beispiel Metalldetektoren. Bodyscanner oder grössere Metalldetektoren, wie sie am Flughafen stehen, kamen bei den Konzertbesuchern allerdings nicht zum Einsatz.

Offenes Stadion ist speziell

Der Letzigrund ist aufgrund seiner offenen Bauart ein besonderes Stadion. Spezielle Vorrichtungen hatte der Veranstalter zwar keine eingerichtet, aber das Sicherheitsdispositiv wurde angepasst. «Es sind mehr Sicherheitskräfte vor Ort», sagte Schuler. Besonders im Aussenbereich, der sonst nicht in ihre Zuständigkeit falle. Dabei werde auch darauf geachtet, dass keine Gegenstände über den Zaun geworfen werden. «Es sind zivile Polizisten und Spotter vor Ort, die eng mit uns zusammenarbeiten», sagt Schuler. Mehr ins Detail könne er nicht gehen. Nur so viel: «Die Sicherheit der Besucher, Mitarbeiter und Künstler hat oberste Priorität.»

An der Türöffnung um 16 Uhr hielt der Veranstalter fest. Er sei davon überzeugt, dass der Einlass trotz verstärkten Kontrollen effizient durchgeführt werden könne. Dafür wurde auch zusätzliches Personal angeheuert. Beim Konzert von Bruno Mars vor knapp einem Monat im Hallenstadion kam es bei den Sicherheitskontrollen zu grösseren Verzögerungen. An den Eingängen stauten sich die Konzertbesucher. Schuler betonte, dass die Veranstalter bei den Kontrollen immer «auf das kooperative Verhalten der Besucher» angewiesen seien. «Die Situation ist ähnlich wie am Flughafen. Man sollte sich etwas auf den Sicherheitscheck vorbereiten, damit es schneller geht», sagte Schuler.

Dass sich die Konzertbesucher schikaniert fühlen oder keine Geduld beim Anstehen zeigen werden, glaubt Schuler nicht. Wir lebten nun einmal in einer anderen Zeit, da hätten die Menschen ein Verständnis dafür entwickelt.

Polizei könnte Konzert absagen

Laut Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei, führt die Polizei laufend Lagebeurteilungen durch. Dies aufgrund von Einschätzungen der Partnerorganisationen, des Bundesamtes für Polizei (Fedpol), des Nachrichtendienstes des Bundes, der Kantonspolizeien und des Veranstalters. Die entsprechenden Massnahmen werden geprüft und umgesetzt. Die Einschätzungen hätten sich in den letzten zwei Monaten aber nicht wesentlich verändert.

In Deutschland hat die Polizei vor Wochenfrist die Rock-am-Ring-Veranstaltung unterbrochen. Diese Möglichkeit gebe es auch bei uns. Bei entsprechenden Sicherheitsgefahren habe die Polizei die letzte Kompetenz für eine Absage», sagt Cortesi. Eine Absage sei bisher in Zürich nie zur Diskussion gestanden. (sip/hoh)

Erstellt: 07.06.2017, 14:40 Uhr

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